Es war der 26. Februar 2004, als im Irmgardissaal des Hauses Aspel etwa 170 Bürgerinnen und Bürger zusammen kamen, um an einer Informationsveranstaltung teilzunehmen, zu der Dr. Leo Rehm aus Rees eingeladen hatte.

Anlaß für diesen Abend war die damals geplante Kiesabgrabung „Norderweiterung“ und die mit ihr verbundenen zu erwartenden negativen Auswirkungen, unter anderem für das Kloster Haus Aspel.

85 Hektar Land von höchster Bodenqualität sollten zwischen Haus Aspel und der bereits abgeschlossenen Kiesabgrabung Reeser Meer weggebaggert werden – nachdem bis dahin bereits in der Vergangenheit seit Jahrzehnten großräumig Abgrabungen auf Reeser Gebiet fortschreitend durchgeführt worden waren.

Besonders an diesem Abend, aber auch dann darüber hinaus, wurde immer häufiger die Frage gestellt, werden hier nicht inzwischen Grenzen überschritten? Grenzen des Zumutbaren? Grenzen der Vernunft?

Und:

  • mit welchem Recht wird hier unsere Heimat unumkehrbar zerstört
  • mit welchem Recht werden hier unwiederbringbar wertvollste Ackerböden beseitigt
  • wie gehen wir hier eigentlich mit der Schöpfung um – für wen und wofür eigentlich?
  • welche möglichen Folgen haben diese massiven Eingriffe?

Aus diesem dann immer größer werdenden Bewusstsein heraus gründeten schließlich am 7. Dezember 2004 Menschen aus allen Bevölkerungsschichten und Altersgruppen die Bürgerinitiative EDEN e.V..

Der Name ist eine Wortschöpfung aus den Anfangsbuchstaben von
Erhaltet Den Einzigartigen Niederrhein“.
Das Kernziel von EDEN e.V. ist, einen anderen Umgang mit unserer Heimat zu erreichen.

Erste Aktionen

Bereits im März 2004 kamen durch eine erste Unterschriftenaktion 2000 Einwendungen gegen die geplante Norderweiterung zusammen, und im Juli unterschrieben schon ca.3000 Bürger/innen einen Bürgerantrag. Auch wenn die dadurch erwirkte erneute Ratsabstimmung nicht im Sinne der Antragsteller ausfiel, so wurde doch ein deutliches Zeichen gesetzt. Nämlich, daß in weiten Teilen der Bevölkerung weitere Abgrabungsbegehren entgegen der Behauptungen von Verantwortlichen der Stadt Rees in Rat und Verwaltung inzwischen auf breite Ablehnung stießen.

Ebenfalls auf große Ablehnung, besonders im Reeser Ortsteil Esserden, stößt die seit einigen Jahren begehrte Großabgrabung „Reeser Welle“. Eine erste Genehmigung wurde bereits in einem Gerichtsverfahren des NABU ( Naturschutzbund) gegen diese Abgrabung wg. eines Verfahrensfehlers durch Gerichtsentscheidung aufgehoben, ein erneuter (z.Zt. laufender) Abgrabungsantrag der Firmen Hülskens und Holemans wird in weiten Teilen der Bevölkerung aus gravierenden technischen, ökonomischen und Umwelt - Bedenken konsequent abgelehnt. Viele hochqualifizierte Einwendungen sprechen hier eine deutliche Sprache.

Das Einzugsgebiet des Vorfluters Haffen`sche Landwehr zwischen Bislich und Rees ist in den vergangenen Jahrzehnten großflächig zur Kiesausbeute ausgebaggert worden. Dabei wurden große Teile des Jahrhunderte alten, gut funktionierenden Graben-Entwässerungssystem beseitigt und die Grundwasserverhältnisse grundlegend verändert. Obendrein werden ohne fachlich begründete Untersuchungen die Baggerseen Reeser Meer/Süderweiterung als Hinterlandwasser-Retentionsraum („Wasserparken“) für Oberflächenwasser genutzt und der Vorfluter Haffen`sche Landwehr für die Ein- und Ausleitung von großen Mengen Baggerseewassers einfach „mitgenutzt“.

Starkregenfälle im Juni 2016 verbunden mit der großvolumigen Einleitung von Oberflächenwasser in das Reeser Meer („Parken“) führten womöglich im Zusammenhang mit erhöhtem Grundwasserspiegel (eventuell auch aus dem längeren „Wasserparken“ resultierend) zu großflächigen Vernässungen mit der Folge, dass massive Schäden entstanden. In einem Schreiben vom Juli 2016 bittet EDEN die Bezirksregierung, den Polder Bislich/Haffen umfassend hydrogeologisch zu untersuchen - besonders im Zusammenhang mit den wahrscheinlichen Einflüssen als Folge der großflächigen Abgrabungen, sowie deren Beeinflussung durch den Rheinpegel - und nach entsprechenden Überplanungen, sowie der generellen Überprüfung, welche Auswirkungen das „Wasserparken“ in Baggerseen auf den Grundwasserspiegel hat, wieder ein neues funktionierendes Entwässerungssystem zu installieren.

Da Kiesseen keine natürlichen bzw. abgedichteten Seen, sondern durch die offenen Abgrabungskanten mit dem Grundwasserleiter verbunden sind, ergeben sich hieraus weitreichende und wichtige zu untersuchende Punkte. Hierzu sei z.B. der Nährstoff- und Schadstoffeintrag in den Grundwasserleiter durch die Einleitung von Oberflächenwasser (Regenwasser welches Gülle und Spritzmittel von den Feldern/ Wiesen wäscht) in die Baggerseen genannt, aber ebenso auch, wie stark sich das „Wasserparken“ hinsichtlich einer Erhöhung des Grundwasserspiegels auswirkt.

Die Frage stellt sich, sind wir uns, aber vor allem die Verantwortlichen über die Konsequenzen dieser massiven Eingriffe in die Jahrhunderte sich entwickelten Strukturen bewußt? Können sie überhaupt beherrscht werden und werden wir als Bürger von den Verantwortlichen darüber überhaupt vollumfänglich informiert?

EDEN ist, was die Heimat Niederrhein betrifft,
kritisch interessiert, schafft Bewusstsein und äußert Meinung

 

Stand Juli 2016

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