Spannender Konflikt

22.08.2011

Rees: „Wir sind heute hier, um uns ein Bild vom Ausmaß und den Folgen des Kiesabbaus zu
machen“, erklärte Irmgard Middelberg-Handler, Sprecherin der Bürgerinitiative „Erhaltet
Hunteburg“. Sie hat Kontakte zum Reeser Verein Eden geknüpft, der die etwa 20 Besucher
aus Niedersachsen bei einer zweistündigen Fahrt Richtung Bislich über das Abgrabungsgebiet
informierte.

Schöne Seiten

Im Anschluss daran sahen die Niedersachsen bei einer Stadtführung die schönen Seiten der
Stadt. Auf die wies auch Bürgermeister Christoph Gerwers bei seiner Begrüßung hin. „Eden
und ich sind zwar nicht immer einer Meinung, doch wir reden miteinander“, erläuterte
Gerwers. Er wies darauf hin, dass Rees die Kommune in NRW sei, die über den größten Anteil
– nämlich 17 Prozent – an Wasserflächen verfüge. Die Stadt stehe daher in einem „spann-
enden Konflikt“ mit der Kiesindustrie, da sie einerseits Arbeitsplätze und Steuereinnahmen
schaffe, andererseits aber Eingriffe in die Landschaft vornehme.

Da die Holemans-Gruppe keine weiteren Abgrabungsmöglichkeiten in Rees mehr hat, möchte
sie im Hunteburger Moorgebiet eine Fläche von 70,6 Hektar abgraben und hat schon
Vorverträge über den Ankauf geschlossen. „Weitere 1.100 Hektar Kiesgebiet sind noch
vorhanden“, so die Sprecherin. Daher habe man im letzten Jahr eine Bürgerinitiative
gegründet, da der gewünschte Kiesabbau der Einstieg für eine großflächige Zerstörung der
Naturlandschaft bedeute. „Bei uns liegt über dem Kies noch eine Torfschicht, die erst
entwässert und abgetragen werden müsste“, erläuterten die Gäste, die sich neben dem
erhöhten Verkehrsaufkommen auch um ihr Grundwasser Sorgen machen. Denn ganz in der
Nähe hat die Firma Exxon in einem Wasserschutzgebiet Probebohrungen nach Gas mit Hilfe
des Fracking-Verfahrens unternommen, bei denen Chemikalien verwendet wurden.
„Hunteburg wird überrollt“, sagen daher die Bürger.

Druck von unten verstärken

Sie haben schon 1.400 Unterschriften gegen den Kiesabbau gesammelt. „Unsere Erfahrungen
sollen ihnen helfen, den Druck von unten zu verstärken, damit bei der Politik ein Umdenken
stattfindet“, erläuterte Dr. Leo Rehm von der Bürgerinitiative Eden, denn in Hunteburg haben
die Bürger viel zu spät von den Plänen erfahren und sind nicht in die Beratungen mit
einbezogen worden.

Gisela Behrendt

Diese Webseite verwendet Cookies, um die Bedienfreundlichkeit zu erhöhen.
Weitere Informationen Ok