Isselburg Riesenandrang beim Kies-Bürgerforum
VON SABRINA GEERTS - zuletzt aktualisiert: 23.03.2013

Isselburg (RP). Mehr als 300 Besucher kamen zum Infoabend der drei Auskiesungs-Bürgerinitiativen nach Isselburg.
Volles Haus im PZ der Strombergschule: Selbst Bürgermeister Rudi Geukes war von der großen Resonanz überrascht. Foto: Markus van Offern

Die Bürgerinitiativen "Isselburg 21", "EDEN" und "Dinxperwick" haben ihre Kräfte beim Thema Kies gebündelt. Am Donnerstagabend fand ein Bürgerforum in der Aula der Verbundschule statt. Bürgermeister Rudolf Geukes traute seinen Augen nicht. Die Parkplätze waren überfüllt, die Aula mit etwa 300 Zuhören mehr als voll besetzt. "Vor so vielen Leuten habe ich noch nie gesprochen", sagte er bei der Begrüßung. Die Diskussion um den Kiesabbau am Niederrhein weckt bei den Isselburgern immer wieder das Interesse.

Da alle Initiativen jetzt erstmals zusammen auftraten, wurden vor allem Informationen untereinander gesammelt und ausgetauscht. Den zehn verschiedenen Vorträgen lauschte auch Viktor Haase vom Landesumweltministerium. "Die Problematik des Kiesabbaus am Niederrhein ist uns wohl bekannt", so Haase. Er versprach, die Sorgen der Anwohner im Ministerium zur Sprache zu bringen.

Sorgen, Nöte und Beschwerden gab es reichlich. Dr. Leo Rehm und Klaus Awater von EDEN machten den Anfang. "Sagen Sie ihre Meinung und seien Sie kritisch", appellierte Rehm an die Zuhörer. Das beste Beispiel dafür, was passiert, wenn man die Augen vor der Wahrheit verschließt, sei die "künstliche Seenlandschaft" rund um Rees. Statt des Ende der 90er Jahre versprochenen Erholungsgebiets "Bad Himmelblau" habe Rees jetzt nur eine "Seenwüste ohne Sinn". Die Isselburger sollten sich nicht auch noch von der Kiesindustrie mit leeren Versprechen ködern lassen.

Michael Kempkes von Isselburg 21 sah das genauso. "Versprochene Renaturierungsmaßnahmen werden nur selten durchgeführt", sagte er. Die Natur würde dauerhaft zerstört, an nachfolgende Generationen denke man nicht. "Wir müssen unseren Kindern eine halbwegs intakte Landschaft hinterlassen", forderte er. Der Ingenieur Helmut Spoo stellte ein Verfahren vor, mit dem viele Rohstoffe gespart werden könnten. Durch das Recyceln von Beton könne man Kies und Zement zurückgewinnen - so müsste weniger Kies am Niederrhein abgegraben werden. Die Referate sind in einem Buch zusammengefasst, das bei den Bürgerinitiativen erhältlich ist.

Gleichzeitig konnte eine Resolution unterschrieben werden: Das "Isselburger Signal" bildet so die Fortsetzung des bereits erschienenen "Niederrhein Appells".
Quelle: RP

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