Hülskens bohrt gegenüber von Emmerich nach Kies
VON CHRISTIAN HAGEMANN - zuletzt aktualisiert: 21.08.2012

Emmerich (RP). Es ist der Emmericher Alptraum: Im Sommer beim Bier an der Rheinpromenade sitzen – und auf der anderen Seite des Flusses auf die Bagger der Auskiesungsfirmen schauen.

Kein idyllischer Anblick: Hier werden auf der Fläche gegenüber der Emmericher Rheinpromenade Probebohrungen unternommen. Foto: Breuer
Schon gestern schrillten die ersten Alarmglocken. Gut sichtbar auf der anderen Seite steht ein Fahrzeug mitsamt Bohrer. Und was tut das Gerät? Es unternimmt Probebohrungen für die Firma Hülskens aus Wesel. Bis zu 15 hat der Kreis Kleve am Rheinufer genehmigt.

Der Hintergrund: Die Kiesindustrie ist schon seit Jahren am Rheinufer gegenüber von Emmerich interessiert. Es geht um 700 Hektar Fläche zwischen Rheinbrücke und Kalkar. Dort, wo jetzt noch Kühe weiden, würde Hülskens am liebsten nach dem begehrten Rohstoff graben.

Bereits vor mehreren Jahren, als gerade die neue Emmericher Promenade eingeweiht worden war, kam das Thema schon einmal zur Sprache. Ute Sickelmann von den Grünen schlug damals Alarm und wies auf das hohe Interesse der Kiesindustrie hin.Damals ging es um ein Poldergebiet, für das die Kiesindustrie im Zweifel das Rheinufer aufgegraben hätte. Aber das ist jetzt vom Tisch, sagt Hülskens-Geschäftsführer Jörg Hüting. "Die Fläche ist nicht im Regionalplan enthalten", sagt er. Da müsste sie aber drinstehen, sollte sie auf dem üblichen Weg abgegraben werden.

Hülskens denkt daher an ein anderes Modell. Die Gewässer-Richtlinien der EU sehen eine Ökologisierung der Gewässer in allen Mitgliedsstaaten vor, sagt Hüting. "Das Land NRW will für dieses Ziel bis zum Jahr 2027 etwa 80 Millionen Euro ausgeben. Wenn es darum geht, beispielsweise eine Nebenrinne für den Rhein anzulegen, können wir unsere Hilfe anbieten. Dabei kann dann auch der Kies gefördert werden." Ein ähnliches Projekt habe Hülskens am Lippe-Mündungsbereich bereits umgesetzt.

 

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