Schock für die Promenade
VON CHRISTIAN HAGEMANN - zuletzt aktualisiert: 23.08.2012

Emmerich (RP). Emmerich wird eine Großbaustelle gegenüber der Promenade bekommen. Die Pläne, die der RP vorliegen, lassen fast keinen anderen Schluss zu. Ein bis zwei Jahre werden Raupen am Ufer arbeiten. Aber wohl erst nach 2016.

Die Emmericher sollten sich schon einmal an den Gedanken gewöhnen. In drei bis vier Jahren schauen sie auf Bagger und Raupen auf der anderen Rheinseite. Die Fläche gegenüber der Rheinpromenade wird Großbaustelle. Kaum jemand in Emmerich weiß bislang, dass die Bezirksregierung in Düsseldorf die Fläche in einen Plan mit dem Namen "Programm Lebendige Gewässer" aufgenommen hat.
Das Programm dient der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union. Sie verpflichtet alle Länder, Flüsse und Seen zu "ökologisieren". Dies soll am Rhein durch Nebenrinnen und Vertiefungen am Ufer geschehen.

Info Probebohrung
Anfrage Ute Sickelmann aus Emmerich ist Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag. Sie hat wegen der Probebohrungen von Hülskens eine Anfrage n den Landrat gestellt.Die Fragen Eine wichtige Frage darin lautet: Hat die Firma Hülskens mit den Antragsunterlagen ein Abgrabungskonzept oder vergleichbare Unterlagen vorgelegt?

Die Vorbereitungen für dieses Programm sind schon weit vorangeschritten. Im November 2011 hat es eine Informationsveranstaltung für alle betroffenen Städte und Verbände in Ratingen gegeben. Sie ist von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen worden. Anwesend war auch ein Vertreter der Emmericher Stadtverwaltung.

Seit März gibt es nun das Programm "Lebendige Gewässer". Ende des Jahres werden sich zum ersten Mal Politiker damit befassen. Bislang hat das alles nur auf Verwaltungsebene bei so genannten "Runden Tischen" stattgefunden, an denen auch die Kiesfirmen sitzen. Im Beamtendeutsch nennt sich das "Fachöffentlichkeit". In Emmerich beispielsweise ist das Programm noch nie diskutiert worden.

Grobe Skizze mit klarer Aussage. Gegenüber von Emmerich ist das Gebiet eingekreist. Rechts darüber zu sehen ist der Bereich Dornick. Hier soll der Rhein in Höhe Segelflugplatz eine Nebenrinne bekommen. Foto: van Offern, Markus

Die Frage ist ohnehin, wie groß der Einfluss der Städte sein wird. Denn es handelt sich um die Umsetzung von EU-Vorschriften, bei denen die Kommunen gute Gründe dagegen vorbringen müssen. Und auf die anderen Rheinuferseite hat Emmerich wenig Einfluss. Das ist Kalkarer Stadtgebiet.
Ende 2012 werden die Politiker aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf über den Regionalplan beraten. In ihm enthalten sind die Bauarbeiten am Rhein. Bis er genehmigt ist, vergehen erfahrungsgemäß drei Jahre. Dann schreiben wir das Jahr 2016. Danach wird es ernst für Emmerich. Denn Insider sind sicher, dass sich die Emmericher kaum gegen die Bagger wehren können. Kalkar ebenfalls nicht.

Was aber wird dort geschehen, wenn die Pläne durchkommen? Jörg Hüting, Geschäftsführer von Hülskens versucht zu beruhigen: "Das werden keine Kiesabgrabungen mit einer Tiefe von 14, 15 Metern. Wir reden hier von Nebenrinnen für den Rhein, die ein paar Hundert Meter lang sind. Da werden Raupen im Einsatz sein. Das wird eine Baustelle von ein bis zwei Jahren."

Und was geschieht, wenn am Rheinufer abgegraben wird? Hüting: "Da wird oberflächlich abgeschoben. Das sind dann größere Baumaßnahmen, aber die dauern auch nur ein bis zwei Jahre. Die Geräte werden größer sein."

 

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