Promenade: Geheimkarte zeigt Kiespläne
zuletzt aktualisiert: 22.08.2012

Emmerich (RP). Gestern tauchte eine Karte aus dem Hause der Düsseldorfer Bezirksregierung mit dem Titel "Umsetzungsfahrplan für den Rhein in NRW – Gebietsforum Rheingraben Nord" auf. Die Karte stammt aus November 2011. Sie zeigt, wo am Rheinufer abgegraben werden könnte und wo neue Nebenarme gebaggert werden könnten.

Hintergrund sind die Wasserrahmenrichtlinien der EU, die von den Ländern umgesetzt werden müssen. Die EU fordert, dass alle Länder iihre Flüsse und Gewässer "ökologisieren".

Dazu gibt es "runde Tische", in denen die Städte, Kreise und diverse Interessenvertreter sitzen. Unter anderem die Kiesfirmen. Einig sind sich die Beteiligten, dass sich so eine Ökologisierung am besten mit Nebenrinnen für Flüsse und Abgrabungen im Flussvorland erreichen lässt. Und es hat den Anschein, als ob die Behörden dabei auf die Kiesindustrie zurückgreifen. Denn das Das Gerät für solche Grabungen haben natürlich die Kiesfirmen. Sie könnte es zur Verfügung stellen und im Gegenzug den Kies abbauen.

Wo solche Flächen sind, scheint schon klar zu sein. In der Düsseldorfer Karte taucht zum Beispiel das Rheinufer zwischen Rheinbrücke und Grieth als "potenzielles Pilotgebiet" auf. Die Karte verzeichnet Abgrabungen und Nebenrinnen.

Auf der anderen Seite des Flusses ist es übrigens ebenso: Und zwar von Dornick aus in Richtung Stadtgebiet Rees. Hier ist aber nicht von einem Pilotprojekt die Rede.

Die Karten legt den Schluss nahe, dass die Firma Hülskens mit ihren Bemühungen um Grabungen gegenüber von Emmerich weiter ist als vermutet.

Der Hinweis auf ein "Pilotprojekt" weist in Richtung Lippe-Mündung, wo Hülskens das Areal schon ausgegraben hat. Das Ganze unter der Vorgabe von Gewässer-Ökologisierung.

Und: Seit wenigen Tagen unternimmt Hülskens Probebohrungen am Rheinufer gegenüber von Emmerich.

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