KLARTEXT Ungemütlich
25.08.2012 / Lokalausgabe

KLARTEXT
Von Autor: Norbert
Kohnen

Das anderswo seit langem kontrovers und emotional diskutierte Thema „Auskiesung“ ist nun auch in Emmerich angekommen. Genauer gesagt: Es ist ins Blickfeld der Emmericher gerückt, seit die Kreisverwaltung in Kleve der Firma Hülskens Probebohrungen im Emmericher Eyland genehmigt hat.

Verständlich, dass vor allem Anwohner der Rheinpromenade und die Touristiker nicht erbaut sind von der Vorstellung, dass ausgerechnet gegenüber Emmerichs Flaniermeile, allerdings in zirka 700 Metern Entfernung, Schwimmbagger, Raupen, Sortieranlagen, Förderbänder und andere Großgeräte zum Einsatz kommen sollen. Eine fürwahr ungemütliche Vorstellung, wenn auch die Arbeiten zeitlich auf annähernd zwei Jahre befristet sind. Die Arbeiten laufen unter ökologischer Flagge. Dagegen ist kaum zu argumentieren. Der Rhein soll sich wieder in eine Auenlandschaft verwandeln, von der Flora und Fauna profitieren, sicher auch der Strom als Wasserstraße und der Hochwasserschutz. Ist das Projekt zu verhindern? Da sind Zweifel angebracht. An der EU-Wasserrahmenrichtlinie führt, wie es aussieht, kein Weg vorbei. Hebelt die EU den Regionalplan aus? Diesen Eindruck könnte man gewinnen. Denn die Leitlinien zur neuen Landesplanung fordern einen „haushälterischen Umgang“ mit den Rohstoffen. Vom lebendigen Rhein, von Nebenrinnen und von Uferverbreiterungen ist da jedenfalls keine Rede.

 

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