VON SEBASTIAN LATZEL - zuletzt aktualisiert: 30.05.2012

 
Emmerich (RP). Das Verfahren zur Genehmigung der Auskiesung in Esserden liegt weiter auf Eis. Aktuell laufen allerdings Bohrungen auf dem Gelände. Die Kiesunternehmen wollen vorbereitet sein, wenn die Genehmigung kommen sollte.
Hülskens-Geschäftsführer Jörg Hüting möchte Planungssicherheit für die Auskiesung in Rees. Foto: Archiv

Lange war es ruhig um die Ausgrabungsfläche "Reeser Welle", jetzt haben Bohrungen auf dem Gelände die Bürgerinitiative "Eden" auf den Plan gerufen. Der Vorsitzende Heinz van Laak hat in der Sache einen Brief an die Regierungspräsidentin geschickt. Er ist von besorgten Bürgern angesprochen worden und möchte von der Behörde in Düsseldorf daher wissen, was es mit diesen Bohrungen auf sich hat.
Wie mehrfach berichtet, läuft bereits seit 1992 das Verfahren zur Genehmigung der Auskiesung in dem Bereich. Die Fläche ist im Gebietsentwicklungsplan (GEP) für Auskiesung ausgewiesen. Allerdings liegt die ganze Sache momentan auf Eis. Das Verwaltungsgericht hat die Genehmigung kassiert, weil es der Ansicht war, dass die Bezirksregierung gar nicht die zuständige Behörde ist. Dagegen wollen die Kiesunternehmen Berufung einlegen. Derzeit läuft die Prüfung, ob eine solche Berufung möglich ist. Die NKSB ist bei dem Projekt Juniorpartner der Weseler Kiesfirma Hülskens.
 
"Es ist völlig unverständlich, dass es hier nicht vorwärtsgeht", sagt Hülskens-Heschäftsführer Jörg Hüting. Eine Prognose, wann und wie das Verfahren weitergeht, wage er momentan nicht. Gleichwohl laufen die vorbereitenden Arbeiten rund um die Fläche weiter. Und eben dazu gehören die aktuellen Probebohrungen. "Diese Untersuchungen dienen dazu, herauszufinden, um welche Lagerstätten es in dem Gebiet genau geht", erläutert er. Das seien ganz normale Bohrungen, die in solchen Bereichen üblich seien. Genehmigungen dafür seien nicht notwendig, da die Bodenuntersuchungen über das Antragsverfahren abgedeckt seien. Zudem gehörten dem Kiesunternehmen bereits eine Reihe von Flächen in dem Gebiet.
 
Hülksens hat nämlich schon viele Grundstücke aufgekauft und damit erheblich in die "Reeser Welle" investiert. "Daher ist es für uns natürlich auch sehr wichtig, bald Klarheit in diesem Verfahren zu haben", sagt Hüting. Er vertraue darauf, dass die Berufung doch noch zugelassen und die Genehmigung zur Abgrabung bestätigt wird. "Die Fläche ist schließlich im GEP enthalten. Es geht hier auch um das Vertrauen in bestimme Verfahren. Gerade für mittelständische Unternehmen wie uns ist Planungssicherheit unheimlich wichtig."
Für Außenstehende sei ohnehin unverständlich, welches Hickhack es bei den Behörden um die Reeser Welle gegeben hat. Kreis, Umweltministerium und Bezirksregierung hatten vereinbart, dass das Verfahren bei der Bezirksregierung anzusiedeln sei. Hintergrund war, dass vor allem Belange des Hochwasserschutzes in das Projekt hineinspielen. Am Ende hatte das Verwaltungsgericht entschieden, dass die Behörde gar nicht zuständig sei.


Internet: rp-online.de/emmerich
 

 

Diese Webseite verwendet Cookies, um die Bedienfreundlichkeit zu erhöhen.
Weitere Informationen Ok