Leserbrief in der Rheinischen Post vom 17. Febr. 2010

 

Fenster zum See

Der Natur- und Freizeitverbund Niederrhein(NFN) und damit die Kiesin-dustrie hat ein neues Zauberwort für die Vernichtung unserer einmaligen, gewachsenen Kulturlandschaft am Niederrhein gefunden.
Das Zauberwort heißt Strukturkonzept!
Es ist schon ein bemerkenswerter Schritt der Kiesindustrie, dass diese nun ganz offen die zerstörte niederrheinische Landschaft zur Schau stellt. "Public viewing" würde man in Neu-Deutsch dazu sagen. Diese Be-zeichnung ist in diesem Fall sehr zutreffend. In den USA wird dieser Begriff für die öffentliche Aufbahrung eines Verstorbenen zur Abschied-nahme benutzt. Und etwas anderes macht doch der Bürger vom Niederhein nicht, er nimmt Abschied von seiner Heimat, wenn er an den Fenstern (Sichtschneisen) zu den Baggerlöchern steht.
Er nimmt Abschied von den Auen, Wiesen, Äckern und Gehöften, welche durch das Ausbaggern von Kies zerstört worden sind.
Er nimmt Abschied von dem einmaligen Erlebnis, die Düfte der niederrhei-nischen Landschaft in Abhängigkeit der Jahreszeiten, sowie die dazugehö-rigen Landschaftsbilder in sich aufzunehmen und ein Leben lang immer wieder abrufbar im Gehirn zu speichern.
Ich hoffe, dass an diesen Sichtschneisen durch Plakate, Zeichnungen und Karten aufgezeigt wird, wie schön die einmalig gewachsene Kulturland-schaft am Niederrhein, welche geprägt war durch Auen, Wiesen, Äcker und Gehöfte, einmal ausgesehen hat, und dass diese Landschaft nun unwieder-bringlich durch die Auskiesung vernichtet wurde. Selbstverständlich müs-sen auch durch großflächige Luftbildaufnahmen diese Auskiesung und Ver-nichtung der niederrheinischen Landschaft dargestellt und dokumentiert werden.
Das Ziel von Herrn Langhoff(NFN)ist, dass es einen Seenverbund von Wesel bis Rees gibt und dieser Verbund Verbindungen zum Rhein erhält. Der Weg nach Kalkutta ist dann gegeben. Es wird aber nicht berücksichtigt, dass die großflächigen Abgrabungen zum Verlust der Speicher-, Filter- und Produktionsfunktion der Böden und zu hydrologischen Veränderungen sowie zu physikalisch-chemischen Belastungen des Grundwassers führt.
Etwas Gutes hat das Strukturkonzept. Der interessierte Bürger kann nun endlich an Hand von Karten anschaulich sehen, was vom Niederrhein schon vernichtet worden ist und was in der nahen Zukunft geplant ist, und ggf. schriftlich auf die zuständige Stelle einwirken.
Inwieweit in diesem Falle zur Verhinderung des Strukturplanes ein Bür-gerbegehren/Bürgerentscheid möglich ist, müsste noch geprüft werden. Zu
finden ist das NFN Strukturkonzept im Internet unter:
www.wesel.de =>Bürgerservice Verwaltung Rat =>Rat und Ausschüsse =>Archiv Vorlagen und Niederschriften =>Rat =>2009 =>Vorlage zur Sitzung vom 15.12.2009 (Achtung 25MB dauert etwas)=>ab Seite 129 Landkarten ab 150 ff. Achtenzeichen FB1/1095/09.
www.hamminkeln.de =>Bürger,Rat und Verwaltung =>Politik =>Sitzungs dienst und –termine =>Sitzungsdienstverfahren =>Vorlagen =>Datum =>01.01.2009 =>31.12.2009 =>Suchen Starten =>Vorlage 2009/178 vom 12.11.2009 Strukturkonzept Natur- und Freizeitverbund Niederrhein –Vorstellung des Konzeptes =>Anlagen =>Anlagen zur Vorlage =>Kurzfassung des Konzeptes.

Mit freundlichen Grüßen
Dieter Haller

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