Engstirnig                                                     NRZ Emmerich-Rees v. 07.12.2015


Reeser Welle II.

Es ist schon ein wenig eigenartig, wenn der Ortsvorsteher von Esserden sich darüber wundert, dass zu einer Veranstaltung, den Kiesabbau im großen Stil betreffend, Leute auftauchen, die nicht zu seinen „Schäfchen“ gehören. Sprich: nicht in Esserden wohnen.

Dass was dort mit der „Reeser Welle“ von den „qualifiziertesten Wasserbaufirmen ganz Deutschlands“ geplant ist, ist schon einige Hausnummern zu groß, um lediglich „Am Stammtisch der Nachbarn“ behandelt zu werden. Kiesabbau ist am ganzen Niederrhein ein brisantes Thema, was bis in die höchsten Regierungsebenen in NRW zu kontroversen Diskussionen geführt hat und noch führt.

Die Meinung des Herrn Hollands, das ganze habe lediglich den Gesetzen von Angebot und Nachfrage (Flächenverkauf) zu folgen, ist schon recht engstirnig. Ackerböden und Trinkwasser (Grundwasser) sind für alle Menschen von so existenzieller Bedeutung, als dass man sie dem „Markt“ allein überlassen darf.

Der Rat der Stadt Rees hat alle weiteren Kiesabgrabungen auf Reeser Stadtgebiet kategorisch abgelehnt. Auch unser Landrat hat vor einiger Zeit verkündet, dass „der Kreis Kleve nicht die Kiestankstelle für Europa“ sei. Den Gebietsentwicklungsplan der Landesregierung als Grund dafür hinzustellen, dass die Abgrabung zu erfolgen hat, ist abenteuerlich. Wenn beide Kiesfirmen ihren Antrag zurückziehen, wird es dafür aus Düsseldorf garantiert keinen Einspruch geben.

Rüdiger Helmich, Emmerichg

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