Kiesabbau? Nur verbunden mit Mehrwert!                               NRZ vom 04.05.2015

In dem Bericht über den neuen LEP wird das Konfliktpotenzial zwischen Ökologie/ Gewässerschutz und Arbeitsplätzen in der heimischen Kiesindustrie ausführlich dargestellt. Rohstoffgewinnung ist standortgebunden, Rohstoffe sind ein Asset und kein Fluch der Natur. Wir brauchen sie für die Versorgung unserer Volkswirtschaft (…). Das gilt auch für die Kiesindustrie am Niederrhein mit ihren geologisch bedingten reichen Lagerstätten. Natürlich ist Kies auch mit regionaler Wertschöpfung verbunden, aber Arbeitsplätze allein sind kein Argument für heimische Rohstoffgewinnung oder für alternative Horrorszenarien. Hier sollte klarer unterschieden werden.

Die Kiesindustrie hinterlässt zugleich offene Wasserflächen, auch wenn die Ränder ökologisch wertvoll gestaltet sind. Aber zusätzliche Freizeitseen, wie sie schon reichlich vorhanden sind, brauchen wir am Niederrhein nicht. Aus diesem Grunde bleibt die Kiesgewinnung langfristig nur dort sinnvoll, wo sie nicht nur Rohstoffproduzent, sondern mit einem „Mehrwert“ verbunden ist, also etwa der Schaffung wertvoller Auenlandschaften oder zusätzlicher Retentionsflächen entlang der großen Flüsse. Wo dieser „Mehrwert“ fehlt, sind die kommunalen Widerstände gegen neue Abbauvorrangflächen verständlich.

Dr. Reinhard Bassier, Rheinberg

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