RP / 10.12.2013

1985 heißt es im Buch “Internationales Feuchtgebiet Ndrh./FGUN” über Reesereyland, dass der Verladehafen (ein altes Baggerloch) zu den gr. Eingriffen des FGUN zählt und dessen Nutzung “Naturschutz” wird (1997 attestierte eine Studie Prof. Dr. Neumann`s Kölner Uni-Lehrstuhl, dem Reeser Eyland ein enormes Naturentwicklungspotential). Die von Umweltverbänden nun vorgeschlagenen Alternativhäfen Lohrwardt bzw. Wesel böten m. E. den verkehrlichen Vorteil, dass von Süden kommende Futter-LKW, Haffen und die -lt. Kr. Kleve- bei Reeser Eyland marode Deichstraße/K7  viel weniger belasten. Mit gutem politischen Willen scheint es realisierbar.
 
Düsseldorf fordert zur biologischen Besserung des Altrhein Rees jüngst, dortigen Hafen mit einer Überlaufschwelle vom Rhein abzutrennen und so den Wasserstand des Altrheins zu stabilisieren. Das neue Pumpwerk Lohrwardt schafft es -entgegen der Planung bisher nicht, dauerhafter Wasser von dort zum Altrhein zu leiten. 2012 alarmierte das Naturschutzzentrum Bienen, dass aufgrund hafennahen Erholungsdrucks, Reesereyland erstmals wiesenvogelbrüterfrei sei. Diese ökologischen Probleme sind wohl nur mit der Stillegung des Hafens lösbar (das Schifffahrtsamt erlaubt dieses bis 2019). Ich halte es für zumutbar, wenn Futter-, sowie Kieswerk später, -nach über 30 Jahren- andere Verladeorte suchen müssen.
 
Was veranlasst Rees jetzt noch, auf Reeser Eyland erstmals ein Sondergebiet für Futter- und Kies “festschreiben” zu wollen? Ist es nicht denkbar, dass man die zweite “Reeser Wasserwelt” unter nochmaliger Vergrößerung der Norderweiterung Reeser Meer plant? Votierten Rees` Kulturpolitiker doch klar gegen das Bodendenkmal “Haffen`sche Landwehr”.  Dazu passt, dass die Natur- und Bodendenkmalschutzverordnungen den vormals gepl. 300m-Durchstich ausklammern. Ist dieses Sondergebiet evtl. nur ein Kuckucksei, um Sachzwänge zu schaffen, ab 2020 den Hafen Reeser Eyland  weiter zu betreiben?  Ist es nicht vielmehr an der Zeit, an dessen statt, an der Haffen`schen Landwehr-Schleuse Bellevue, die seit Jahren angekündigte Fischtreppe zu bauen?
 
 
Mit freundlichen Grüßen
 
 
Wilhelm Wißen

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