Es darf gelacht werden   RP vom 29.06.2013


Der Rheinischen Post entnehmen wir, dass Bauamtsleiterin Elke Strede sich vehement einsetzt für die Verlegung des Reeser Yachthafens, der zurzeit an einem fast idealen, leicht zugänglichen, absolut lärmfreien, erholsamen Ort zwischen Rees und Grietherbusch liegt.

Es soll alsbald laut Strede zu einem Ort unmittelbar unterhalb nördlich der Rheinbrücke verlegt werden, einem Standort, der Tag und Nacht einem enormen Verkehrslärm ausgesetzt ist. War um nur all dieses? Der wahre Grund, wie wir in einem zweiten Artikel in derselben Ausgabe der RP lesen, ist nicht etwa die Standortverlegung des Yachthafens, sondern aus meiner Sicht eine Wiederbelebung des Planes zur Vernichtung des Gebiets durch Entkiesung weiterer, unwiederbringbarer höchstwertiger Landwirtschaftsflächen seitens der Holemansgruppe und der Firma Hülskens.

Der von diesen Firmen geförderte Kies wird zu über 90 Prozent weltweit exportiert und steht damit nachfolgenden Generationen in unserer Region nicht mehr zur Verfügung, was bei behutsamem Umgang mit diesem endlichen Bodenschatz durchaus möglich wäre! Zur Ver-
teidigung ihres Tuns taucht von der Kiesindustrie immer wieder der Begriff des ölkologischen Mehrwerts durch  Entkiesung unseres Kulturlandes auf. Der Umkehrschluss sei daher erlaubt: Die jetzt vorhandene Flora und Fauna ist ökologisch minderwertig! Man kann zu dem Schluss kommen, dass letztlich nur der ökologische Mehrwert durch Entkiesung dem Wohle der Menschen am Niederrhein dient. Es darf gelacht werden.

Wir bringten in Erinnerung, dass der Rat vor Jahren fast einstimmig gegen weitere Vernichtung von Ackerland und Gewinnung von Kies auf dem Gebiet der Stadt Rees votiert hat. Dieses nach der Vernichtung von Reeser Agrar-Flächen. Der Norderweiterung wurde laut Stadtrat nur deshalb zugestimmt, weil der Investor eine millionenschwere Investition für ein Segel- und Freizeitzentrum fest zugesagt hatte, für deren Verwirklichung er aber unabdingbar zusätzlich die noch zu schaffenden Wasserflächen durch die Norderweiterung benötigte!

Zwischenbilanz Juli 2013: Land weg, Kies weg, Investor weg! Die weitere Vernichtung unseres „Kultur-Landes“ an der Welle bedeutet: weitere Vernichtung von zukünftigen Ernten zur Ernährung der explodierenden Weltbevölkerung. Bei Betrachtung des überarbeiteten Planes der Kiesindustrie (die Straße nach Grietherbusch nehmen wir Euch nicht mehr weg),
kommen uns Bürgern ja vor Rührung die Tränen. Für die Kiesindustrie gibt es weltweit ungezählte Möglichkeiten, Kies an anderen Orten umweltverträglich, auch regenerierbar zu fördern. Und es gibt heute schon Techniken, Betonschutt zu Kies und Zement zu machen. Die erste Variante verlangt aber Mobilität, Flexibilität, Kreativität.


Eduard Wentges

Rees

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