Chancen des Kies-Euro nutzen /  McKinsey-Studie                             RP Emmerich -Rees vom 26.06.2013

Laut einer Studie fällt die Wirtschaftskraft in NRW deutlich hinter andere Bundesländer zurück.

Die McKinsey Studie hat sicherlich recht, wenn sie feststellt, dass NRW weit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt und sein Potenzial nicht ausschöpft. Ein Beispiel dafür kann man hier am Niederrhein schmerzlich erleben. Wird doch hier seit fast hundert Jahren der Kies im großen Stil abgebaut, zu Ramschpreisen verscherbelt und die Niederrheinische, tausende von Jahren alte Kulturlandschaft in eine Kraterlandschaft mit unzähligen Baggerlöchern verwandelt.

Die seit langem bekannte Möglichkeit, den Beton nach den Abbrucharbeiten zu recyceln, wobei nicht nur der Kies, sondern auch noch der Zement zurückgewonnen werden kann, wird einfach von niemandem in Angriff genommen. Weder von der Kiesindustrie noch von den zuständigen Behörden.

Der von der Aktionsgemeinschaft „Niederrheinappell“ ins Spiel gebrachte „Kieseuro“ steht zwar im Koalitionsvertrag der Regierungsparteien, wird aber nicht aktiviert. Aber genau mit den dadurch zu erzielenden Beträgen könnte man, ohne die öffentlichen Kassen zu belasten, genau diese Recycling Strukturen schaffen und finanzieren. Bezahlt würde das Ganze von den Kiesendabnehmern, die schließlich und endlich auch davon profitieren. Außerdem würde man den wertvollen Kies nicht mehr für minderwertige Zwecke verwenden, weil er ja so extrem billig ist und seine Wertschätzung weit hinter den Tatsachen zurück bleibt. Die Abbaumengen würden endlich sinken.

Würde man der Kiesindustrie die Mittel aus dem Kieseuro wieder zur Verfügung stellen, mit der Auflage, eben diese Strukturen zu schaffen, hätten man genau das in die Tat umgesetzt, was die Unternehmensberatung McKinsey für NRW empfiehlt: Es werden Arbeitsplätze geschaffen, es werden Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und den nachgeschalteten Lebensmittelbetrieben erhalten, es werden Kosten für Trinkwasseraufbereitung gespart, wenn man die Kiesfilter nicht wegbaggert, sondern da lässt, wo sie sind und hingehören. (...)


Rüdiger Helmich

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