„ Altrheine statt Baggerlöcher“

 
Unter der Ägide Dr. Scholten`s gab der NABU/NRW 1985 die sehr abgrabungskritische Studie, “Intern. Feuchtgebiet Unterer Niederrhein/FGUN” heraus. Die Kernaussagen des nun 28 Jahre alten Bandes befinden sich auf S. 36 und sind allesamt von Prof. Hofmann 1981 getätigt worden: “ Von besonderer Bedeutung sind im FGUN die Kies- und Sandabgrabungen, über die sich eine weit über ihre primäre Auswirkungen hinausgehende negative Beeinflussung des Ökosystems vollzieht. Zum anderen wirkt bereits die Tatsache an sich, dass durch den Nassabbau von Kiesen und Sanden `Grundwasserfenster` geschaffen werden, negativ. Mehr als 75% der Baggerlöcher schneidet in das Grundwasser ein, so dass dieses offengelegt und abträglichen, äußeren Einflüssen zugänglich gemacht wird. Die freigelegten Wasserflächen bilden neue Landschaftselemente, die die ökologischen Bedingungen grundlegend verändern und insbesondere durch die von ihnen verursachte Minderung der Qualität&Quantität des Wassers, das Landschaftsgefüge belasten".
 
Dieser Tatbestand bleibt zeitlos gültig. Unabhängig davon hat die ndrh. Kiesindustrie ihre Abbaupraxis seit Jahrzehnten m.E. nur marginal geändert (die bestmögliche Kies-Ausbeute scheint bis zur Gegenwart die oberste Maxime). Vor diesem Hintergrund konnten/können zwangsläufig fast nur uniforme/standardisierte, statt ökosystemgerechter Baggerlöcher (Positivbeispiele sind an hingegen an zwei Händen abzählbar, z.B. Bislicher Insel) entstehen. Aus ökonomischen Gründen existieren am Ndrh. bisher hunderte 08/15-Abgrabungen.
Herr Scholten vertritt mit seiner jetzigen Haltung zum Kiesabbau, im ndrh. NABU`s  eine klare Aussenseiter-Position. Denn jüngst unterzeichneten u.a. tausende NABU-Mitglieder den “Ndrh .Appell gegen den rasant anhaltenden, großflächigen Kiesabbbau.

Die artenschutzgerechten Baggerlöcher die Dr. Scholten “sieht”,  würde ich erst als solche akzeptieren, wenn diese zu Altrheinen modelliert würden. Einst war der Ndrh. für seine  Auengewässer bekannt, heute ist er durch seine Baggerlöcher berühmt berüchtigt.
 
 
     

Wilhelm Wißen (Niederrheiner, bis 2009)

 

Diese Webseite verwendet Cookies, um die Bedienfreundlichkeit zu erhöhen.
Weitere Informationen Ok