Laut? Eher nicht
24.08.2012 /

Von Autor: Marco Virgillito

Emmerich.

Wird Emmerich um den schönen Ausblick von der Promenade auf die andere Rheinseite gebracht? Wird es eine nicht schön anzusehende Großbaustelle geben? Werden die Baumaßnahmen womöglich zur Lärmbelästigung? Diese Sorgen kochen in der Bürgerschaft langsam hoch. Fakt ist: Es gibt eine im Jahr 2000 beschlossene EU-Wasserrahmenrichtlinie, der sich auch Deutschland, das Land NRW und Emmerich sowieso unterordnen müssen. Langfristiges Ziel ist die „Ökologisierung“ der Gewässer. Die EU möchte, dass auch der Niederrhein wieder zurück findet, zu den alten Strukturen mit der Auenlandschaft, die für Wasservögel einen Lebensraum darstellen. Das heißt: So oder so muss sich der Emmericher daran gewöhnen, dass die Auenlandschaft gegenüber der Promenade sich verändern wird. Durch eine Tieferlegung des Rheinufers oder durch Nebenrinnen.

Seit Dezember 2010 wird über die Pläne gesprochen, moderiert durch die Bezirksregierung Düsseldorf. Im November 2011 wurde zu einem Runden Tisch geladen, an dem Vertreter der Träger öffentlicher Belange saßen. Im März dieses Jahres wurde das Programm „Lebendige Gewässer“ aufgestellt. In die Detailplanung, versichert Bürgermeister Johannes Diks, ist die Stadt Emmerich noch nicht einbezogen worden. Ende dieses Jahres kommt der Regionalplan auf die Tagesordnung des Regionalrates der Bezirksregierung. Es wird noch Jahre dauern bis die Bagger rollen...

Zu weit weg, um zugucken zu können
Könnten die Bauarbeiten zu einem störenden Lärmpegel an der Promenade führen? Jörg Hüting von der Firma Hülskens, die wie berichtet Probebohrungen auf eigene Kosten vornimmt, will nicht ausschließen, dass man etwas hört. Aber Bagger, Raupen und Co. wären auch nicht lauter als die Schiffe, die auf dem Rhein unterwegs sind. Diks fügt hinzu: „Der Rhein ist 550 Meter breit, etwa 200 Meter dahinter könnte die Baustelle sein. Ob man das noch hört?“

Muss der Rhinkieker einen schrecklichen Anblick von der Promenade aus befürchten? Eher nicht. „Die Bevölkerung guckt bei größeren Baustellen zwar gerne zu, aber es ist zu weit weg. Teilweise würde ja auch hinter den Böschungen gearbeitet“, meint Hüting.

Bild 1:
Gegenüber der Promenade soll langfristig wieder ein Lebensraum für Wasservögel entstehen. Oben rechts in Höhe Dornick sowie links neben der Rheinbrücke sollen Nebenrinnen entstehen mit naturnaher Sohl- und Uferstruktur.
Foto: Blossey

 

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