Leserklartext zu Probebohrungen
25.08.2012 / Lokalausgabe

Vor geraumer Zeit hat unser Landrat Wolfgang Spreen in Kleve mal verlauten lassen, dass „der Kreis Kleve nicht die Kiestankstelle für ganz Europa sei“. Nun konnte man der Zeitung entnehmen, dass eben dieser Kreis Kleve den Kiesbaufirmen die Genehmigung für bis zu 15 Probebohrungen genehmigt hat.

So manch einer hat schon seinen kleinen Finger angeboten und musste sich später mit dem Verlust seiner ganzen Hand abfinden. Jeder ernsthaft nachdenkende Mensch wird hinter diesen Probebohrungen nach Kies nichts anderes als das Streben nach Gewinn durch die Kiesindustrie sehen. Niemand wird glauben, dass man das Geld, welches jetzt in die Probebohrungen gesteckt wird, für irgend etwas anderes investiert.

Aura der Promenade würde einbüßen
Schon seit langem ist ja bekannt, dass man vis-à-vis der schönen Emmericher Rhein-Promenade den sich dort befindlichen Vorfluter, der außer bei Hochwasser immer den weiten Blick auf „den, unseren, Niederrhein“ erlaubt, auskiesen will und damit diesem „Lichtblick“ ein Ende setzen wird. Dadurch würde die Aura der „schönsten Rheinpromenade der Welt“ ganz gewaltig an Wert einbüßen. Aber immer nach dem Motto „Für Geld machen wir alles“, fangen wir schon mal an zu bohren.

Nun kommt das Damoklesschwert „Raubbau durch Kiesabbau“ langsam aber sicher auch in der Emmericher Nachbarschaft an, zwar auf ausgesprochen leisen Sohlen, aber deswegen nicht ungefährlicher. Jetzt ist ja mal mit Spannung zu beobachten, ob aus dem Emmericher Rathaus zu diesem Thema auch mal eine Reaktion zu vernehmen sein wird.

Holzauge sei wachsam
Wenn man in Rees, also in unmittelbarer Nachbarschaft, die Reißleine viel zu spät gezogen hat – die Fläche der Stadt Rees besteht inzwischen zu einem erschreckend hohen Anteil nur noch aus Wasser – sprich Baggerlöchern, so darf man in Emmerich diese Zeichen nicht übersehen und die Reaktionen nicht verschlafen. Hier gilt der Satz: „Holzauge, sei wachsam“.

Von einem in unser Nachbarland exportierten Niederrhein kann sich hier später niemand mehr etwas kaufen.

Leser: Rüdiger Helmich,
Emmerich

 

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