Leserbrief vom 10.07.2012 / RP Wesel


Bürgerbeteiligung / Kiesabgrabung


„Baggern macht schön“. So lautete das Symposium der Holemans-Gruppe. Über den Begriff schön kann man, aber sollte man nicht streiten, da jeder etwas anderes schön findet. Die Kiesindustrie findet Wasserflächen und der Niederrheiner seine Heimat schön.

Auf dem Symposium wurde dargestellt, wie unterschiedlich die Begriffe Landschaft / Landschaftsveränderung / Landschaftsgestaltung aufbereitet werden könne. Herausragend aus dem wissenschaftlichen Einerlei war der Vortrag von Der. Feelber-Rufer aus der Schweiz. Sie hatte genau ins Schwarze getroffen. Sie zeigte auf, „dass sich die Landschaft zuerst langsam verändert“. Wir am Niederrhein haben leider den schleichenden Prozess nicht beachtet und wahrgenommen. Weiter Punkte waren „die Zunahme der Geschwindigkeit des Flächenverbrauchs“ und „die Beschleunigung der Landschaftsveränderung“.

Bezogen auf den Niederrhein wurde dieser Vorgang durch immer größere Anlagen, schnellere und größere Transporteinheiten verursacht. Dann zeigte Sie auf, dass durch „Plötzliches Auffallen: Überschreiten eines kritischen Schwellenwertes – einschneidende Landschafts-
veränderungen – die Bevölkerung die Veränderung bewusst wahrnimmt und gegensteuert“.
Dieser Punkt ist nun am Niederrhein erreicht.

Die Bewohner vom Niederrhein wollen keine Wasserflächen. Sie wies weiter darauf hin, „dass es zwingend notwendig ist, die Bevölkerung einzubinden und den Umweltschutz zu berücksichtigen“. auch wurde die Gefahr der Grundwasser- und Trinkwasserverschmutzung ausgeklammert. Die Kiesindustrie ist überzeugt, dass sie zum Wohle der Bevölkerung den Niederrhein in eine große Wasserfläche verwandelt. Es würde ja nur noch Mais angebaut. Wie vermessen muss man sein, um solche Äußerungen zu machen.

Der Kiesindustrie ist es anscheinend verborgen geblieben, wie vielfältig die niederrheinsche Landschaft ist. Leider ist die Aussage über die Entwicklung der Biotope nur eine Haus-nummer und nicht wissenschaftlich verwertbar, da vor der Auskiesung keine Erhebung gemacht wurde. Leider haben zwei Politiker bis heute nichts gelernt und unterstützen die Kiesindustrie.

 

Dieter Haller  / Brünen
                    

Diese Webseite verwendet Cookies, um die Bedienfreundlichkeit zu erhöhen.
Weitere Informationen Ok