NRZ-WES 15-02-2018 Seite NWSN1 AUS DER Nachbarschaft      

Weg ist weg!                                                         

Kiesabbau. Es gibt noch Hoffnung, dass ein Teil der niederrheinischen Landschaft, zumindest um Rees, erhalten bleibt. Es ist ein positives Signal, dass mit den mehrheitlichen Stimmen von Naturschutz- und Landwirtschaftsvertretern im Naturschutzbeirat des Kreises Kleve die geplante Abgrabung Reeser-Welle ablehnt wird. Erstmalig hat sich ein Landwirtschaftsvertreter offen gegen die Abgrabung ausgesprochen hat. Er wies insbesondere auf die möglichen Schäden, welche die Bürger von Esserden durch die Abgrabung hinnehmen müssten. Auch die Geschwindigkeit mit dem der Kies/Sand abgebaggert wird, hielt er für bedenklich.

Der Kreis Kleve müsste auf die Bremse treten, da der Kies überwiegend in die Niederlande exportiert wird. Bei den beantragten Flächen handelt es sich um ein unanfechtbares Vogelschutzgebiet, welches durch ein Urteil des EuGH gesichert ist. Für alle Bürger ist die Aussage vom Leiter der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) erschreckend, dass dieser diese geschützten Flächen für die Kiesindustrie opfern will. Begründung: „Die Sicherung von Bodenschätzen ist ein wichtiger öffentlicher Belang“. Es ist richtig, dass Bodenschätze gesichert werden müssen. Aber der Denkansatz ist falsch! Richtig wäre es, dass das Auskiesen sofort gestoppt wird und Sand/Kies als „Nationale Rohstoffreserven“ ausgewiesen wird und dadurch der wertvolle niederrheinische Ackerboden (Bodenschatz) gesichert wird und somit erhalten bleibt. Hr. Dr. H. Reynders (UNB) übersieht, dass sich am Niederrhein die Abgrabungen von Sand/Kies konzentrieren. Abgrabungen sind offene Wunden in der niederrheinischen Landschaft, welche irreversible Auswirkungen auf den Wasserhaushalt haben. Die Vielzahl z. T. großflächige Wunden führt zum Verlust der Speicher-, Filter- und Produktionsfunktion der Böden. Das Freilegen des Grundwassers führt zu hydrologischen Veränderungen sowie zu physikalisch-chemischer Belastung des Grundwassers und somit auch des Trinkwassers!

Im Kreis  Wesel wurden diese Gefahren nicht erkannt. Der Naturschutzbeirat des Kreises befürwortet bis auf eine Stimme, dass das geschützte FFH Gebiet „Unterer Niederrhein –wie in Rees zum Glück abgelehnt- für die Kiesindustrie geopfert werden soll. Der „Naturschutzbeirat“ hat sich dadurch eindeutig für die Kiesindustrie und somit für die Vernichtung der vielfältigen gewachsenen Kulturlandschaft des Niederrheins entschieden! Wenn kein niederrheinischer Boden mehr vorhanden ist, gibt es auch keine Rückzugsgebiete für die Tierwelt mehr, auch der Lebensraum für die für den Niederrhein typischen Pflanzen am Niederrhein geht verloren. Was weg ist, ist weg! Wenn der niederrheinische Boden weggebaggert ist, gibt es auch keine Landwirtschaft mehr.  

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