Leserbrief Rheinische Post vom 04.07.2019

 

 

Reeser Welle: Hasen-Population mitteleuropaweit herausragend


Bei Abgrabungsgenehmigungen müssen im Interesse der Bewahrung unserer natürlichen Lebensgrundlagen ökologische Aspekte verstärkt in den Fokus rücken und berücksichtigt werden.

Der Klimawandel zeigt uns aktuell, was geschieht, wenn die Gesetzmäßigkeiten der Natur außen vor bleiben und primär wirtschaftliches Wachstum zählt. Im Hinblick auf die anstehende Entscheidung zur Auskiesung „Reeser Welle“ möchte ich die Öffentlichkeit über wichtige Aspekte informieren. 

Die Reeser Welle (= Hasenkammer) ist Lebensraum einer der größten und bedeutendsten Hasen-Populationen im gesamten mitteleuropäischen Raum. Dies haben umfassende  Literatur-Recherchen gezeigt. Ich konnte dort 2015/2016 bei 18 abendlichen Erfassungen auf 37,25 Hektar Fläche bis zu 52 Hasen zeitgleich feststellen. Die Ergebnisse dieser Zählung werden in Bälde in einer Fachzeitschrift ausführlich publiziert. Eine Auskiesung hätte für diese Hasen-Population, die einen bedeutsamen Genpool darstellt, fatale Folgen, weil deren Lebensraum für immer zerstört würde. Ein Ersatzlebensraum stünde nicht zur Verfügung.

Der Reeser Welle-Komplex wies 2016 zudem mit ca. 15 KiebitzPaaren den damals größten Brutplatz dieser gefährdeten Vogelart im Stadtgebiet Rees auf. Ferner war / ist die Reeser Welle Brut- bzw. Rastplatz weiterer bedrohter, planungsrelevanter Vogelarten wie Goldregenpfeifer und Feldlerche. Und: Die Böden der Reeser Welle gehören zu den besten im Stadtgebiet und dürfen als Ackerland nicht verloren gehen.


Wolfgang R. Müller, Rees

 

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