Rheinische Post vom 30.11.2018

 

CDU-Bürgermeister Gerwers war Anfang 2018 noch willens, stadteigene Wege im Rahmen des geplanten Baggerloches Reeser Welle auskiesen zu lassen (obwohl es bereits 2016 ein Ratsvotum gegen diese Auskiesung gab). Hamminkelns CDU sammelt derzeit hingegen Unterschriften gegen weitere Baggerlöcher auf deren Stadtgebiet. In unserer Nachbarkommune ist die Kommunalpolitik offenbar schon fortschrittlicher und anerkennt, dass die bisher praktizierte Art&Weise von Kiesabbau Heimatklau darstellt. Hamminkelns Slogan lautet „Junge Stadt mit Zukunft“.

Dort wirken die Christdemokraten inzwischen naturkonservativer (Stichwort Bewahrung der Schöpfung) als die Reeser Parteikollegen. Obwohl das rheinauenferne Hamminkeln auf der ebenfalls kiesmächtigen, Rheinnieder-, sowie hauptterrasse „sitzt“ und mit 164 qkm eine Großflächengemeinde ist (zum Vergleich, Rees ist 100qkm groß), forderte deren Bürgermeister Romanski jüngst den Stopp des Kiesabbaus auf deren Areal. Auch er scheint es so zu sehen, dass sich Hamminkeln im wahrsten Sinne des Wortes damit mehr verbaut, als es nachhaltige Mehrwerte für die Gesellschaft, sowie für die Ökologie schaffen würde. Und das vor dem Hintergrund, dass im Gegensatz zu dieser Rheinstadt, die Issel-Stadt keine gewinnmaximierende,, rheinangebundene Kiesföderbandinfrasruktur aufweist (Kies-LKW-Flotten schaffen weniger Tonnagen).

Da kann man nicht meckern (Rees` Stadt-Slogan lautet bekanntlich so). Rees Bürger sollten m. E. solange meckern, bis dieses „Weihnachtsgeschenk“ vom Gaben-Tisch ist (laut Presse sollen ja noch im Advent 2018 die dazu notwendigen, überarbeiteten Planfeststellungsunterlagen ausgelegt werden). Ob die „schöne Bescherung“ letztlich zugunsten der dem Kiesabbau mehrheitlich skeptisch gegenüberstehenden Bürgern, oder der Kiesindustrie ausfällt, hängt nun vom christdemokratischen Kreis Klever Landrat Wolfgang Spreen, als Chef der dbzgl. Genehmigungsbehörde ab. Wenn ich noch ans Christ(demokratische)kind glauben würde, wünschte ich mir vom Reeser Bürgermeister Gerwers das Ja(hr)-Wort 2019 zum Verzicht des beabsichtigten Baggerloches Reeser Welle. Nach seinem diesjährigen Jein dazu, würde es ihm zum nächsten Jahr wohl kaum ein Reeser Bürger mehr arg verübeln.

 

Wilhelm Wißen

Rees

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