NRZ vom 12.10.2018

 

Baggern - nicht bio

 

Auf einem qm gesundem Acker-Land befinden sich mehr Lebewesen, als Menschen auf der Erden leben. Als Agrarbetriebswirt für Bio-Landbau kann ich mich nur wundern, dass Baggern angeblich pauschal Bio sei (zumal der Abbau von nicht nachwachsendem Kies von Natur aus somit ja gar nicht nachhaltig sein kann.

(Bio)-Landbau hingegen ist dauerhaft möglich. Die ndrh. Kiesindustrie vernichtet(e) über viele dutzend qkm die Produktivkräfte von überwiegend Spitzen-Böden. Was ist daran Bio? Sie wirtschaftet ja wohl eher nach der "modernen Fruchtfolge" Weizen, Zuckerrüben, Kies=Naturparadies. Dabei steht bereits in der Bibel, "Von meinen Früchten könnt ihr leben". Petrus konnte über Wasser laufen, aber die Kiesindustrie kann bisher (noch?) nichts darauf anbauen. Der Dichter Hölderlin sagte einst:"Immer noch haben diejenigen die Welt zur Hölle gemacht, die vorgaben, sie zum Paradies zu machen". Die ndrh. Kiesfirmen möchten scheinbar die Sprache regeln. Es wirkt als wollten die Kieser eine außerschulische "Erziehungsanstalt" aufbauen (u. a. deren Magazin "Zukunft Niederrhein" bietet dafür m. E. gewisse Anhaltspunkte.

Herr Strunk (Hülskens) wirft der Bürgerinitiative EDEN Engstirnigkeit vor. Engstirnig setzen doch die Kieser hingegen weiterhin ihre dicken Profite auf Kosten der Natur knallhart durch. Müsste sie nicht vielmehr deshalb ihre Ansrüche deutlich zurückstellen? So müsste sie doch z. B. eigentlich auf die jeweils im europäischen Vogelschutzgebiet geplanten Riesen-Baggerlöcher Histenbruch/Bislich, sowie Reeser Welle verzichten.

Wir brauchen Land für alle(s). Das gewährleistet die Land(wirt)schaft. Ist es vor diesem Hintergrund nicht eine Überlegung, ältere ndrh. Baggerlöcher mit geeignetem Material der Ruhrgebietsschlacke-Halden tlw. wiederzuverfüllen -um danach dort naturverträgliche(re) Landwirtschaft zu praktizieren- (mit altrheinähnlichen Feuchtgebieten). Ich finde, dass künftig Baggerlöcher deutlich verkleinert und ebenfalls altrheinartig renaturiert werden müssten. Das das sehr gut umsetzbar ist, zeigte das Positiv-Beispiel Lippemündungsraum.

 

Willi Wißen

Eden-Mitglied Rees

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