Kies-Euro fällig NRZ v. 17.07.2018


Kiesabbau

Die SPD kritisiert zurecht den RVR: Die im netien Regionalplan zur Kiesgewinnung ausgewiesenen Flächen in Obrighoven und Lackhausen sind nicht akzeptabel. Richtig: Es muss Widerstand geleistet werden!


Allerdings stimmt die SPD den gewaltigen Kiesabgrabungen in anderen Stadtgebieten Wesels zu. Der Fraktionsvorsitzende der SPD im Rat der Stadt Wesel, Ludger Hovest, erwähnt zudem nicht selten, dass durch die Abgrabungen für Wesel ein Mehrwert U. a. mit dem Lippemündungsraum und dem Auesee entstanden sei. Gut und Schön! Doch er vergisst dabei darauf hinzuweisen, dass es weder Ziel, noch Zweck der Kieswirtschaft ist, für die Bürger und Bürgerinnen der Städte und Kreise, in denen abgegraben wird, Naherholungsräume zu schaffen. Dazu musste sie erst gedrängt
werden. An anderen Stellen des Kreises unterbleibt das nämlich.


Nicht zuletzt: beklagte sich der Fraktionsvorsitzende der SPD im Kreistag, Gerd Drliten, während der letzten Kreistagssitzung, dass die Kieswirtschaft am Niederrhein jede Menge Baggerlöcher hinterlassen habe, die den Gemeinden Geld kosten. Es ist zu beachten: Ziel der Kieswirtschaft ist es eben, wie das eines jeden Unternehmens auch, Profit zu generieren.

Diesem Ziel dient die Kiesförderung. Es ist übrigens falsch, die Kieswirtschaft als Industrie zu bezeichnen. Sie stellt nichts her. Vielmehr gräbt sie den bodennahen Rohstoff einfach nur ab. Sie befrachtet den Kies als Gratisgabe der Natur, mit allen Folgen für die Umwelt und die Kultur-landschaft am Niederrhein. Es wird Zeit, dass die Kieswirtschaft für diese Gratisgaben etwas zahlt.

Ein Kies-Euro wäre ein Anfang.


Roman Reisch

Wesel

 

Diese Webseite verwendet Cookies, um die Bedienfreundlichkeit zu erhöhen.
Weitere Informationen Ok