Rheinische Post v. 29.06.2018

 

 

Flyer mit Lücken

 

Kritik an Ausgabe: Kieswerk 1/2018

 

 

„Weitsicht gefragt“ ist der Titel der sechsseitigen Ausgabe: Kieswerk 1/2018. Der Flyer erschien als Beilage im Juni 2018. Das Organ der niederrheinischen Kiesbranche konzentriert sich diesmal auf die Tehmen. Zukunftssicherung der Nassabgrabungen und deren Nachnutzung.

 

Die derzeitige Wirtschaftslage ist keineswegs beklagenswert; aber die Kiesfirmen befürchten Engpässe in etwa zehn Jahren. So lange dauern heute in der Regel die Genehmigungsverfahren. Und die Genehmigung ist alles andere als sicher. Denn die Kommunen spielen nicht mehr mit. Ein Grund nennt der Flyer: Konkurrenz um die Fläche. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Was das „Kieswerk“ ausblendet, sind die Nachteile der Nassabgrabung einerseits und die Ersatzstoffe für frischen Kies und Sand andererseits. Über diese Probleme geht der Flyer stillschweigend hinweg.

 

Als Kompensation werden die ästhetischen Vorteile der Baggerseen und ihre Begleitumstände gepriesen. Diese und ähnliche Gesichtspunkte sind nicht neu. Sie wurden auch in früheren Kieswerk-Ausgaben breit erörtert, haben aber bisher wenig bewirkt. Der Flyer zeigt auf einer halben A4-Seite das Flussdiagramm des Genehmigungsprozesses. Was im Text zu kurz kommt, ist die Rolle der Bürgerbeteiligung im Genehmigungsprozess. Und das ist auch ein maßgeblicher Grund, warum die Kommunen flächendeckend die Abgrabungen ablehnen.

 

 

Georg Woede

 

Rees

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