RP Emmerich-Rees vom 04.07.2018

 

Der Nachweis fehlt

 

WDR – Stadtgespräch

 

 

Die Antwort „Das weiß niemand“ von Herrn Strunck (Firma Holemans) beim WDR- Stadtgespräch

auf die Frage, wie viel Kies jährlich ins Ausland exportiert werde, war schon alarmierend. Es gibt offensichtlich derzeit keine Auskiesungs- und Verwendungsbilanzierung, z.B. keine Angaben zum Export. Es fehlt somit der Nachweis, welche Mengen an Sand und Kies gefördert /verbraucht und für welche Zwecke diese Mengen verwendet werden. Nur anhand solcher Daten kann festgestellt werden, wie groß der Bedarf in Zukunft sein wird und in welchem Maße vermehrt Ersatzstoffe (Recyclingstoffe) eingesetzt werden müssen.

 

Die Kiesindustrie fordert also weitere Flächen hne den notwendigen Nachweis zu bringen. Es ist zwingend notwendig, dass offen dargelegt wird, welche Mengen in andere Regionen transportiert / ins Ausland exportiert werden. Die Einstellung der Kiesindustrie zeigt doch sehr deutlich, dass Sand und Kies vom Niederrhein als „Nationale Rohstoffreserve“ ausgewiesen werden muss. Die Kies- und Sandvorkommen sind endlich und es sollte dementsprechend sorgsam damit umgegangen werden.

 

Hans-Hugo Papen von der CDU (Regionalrat Düsseldorf) forderte eine Auskiesung mit geordneter Planung. Ein Nachdenken, ob die Auskiesung notwendig ist, war nicht feststellbar. Sein Ziel ist, durch eine geordnete Planung unsere einmalige, gewachsene Kulturlandschaft am Niederrhein welche durch Auen, Wiesen, Äcker und Gehöfte geprägt ist, durch das Ausbaggern von Kies für immer zu zerstören und dadurch auch unwiederbringlich das einmalige Erlebnis, die Düfte der niederrheinischen Landschaft in Abhängigkeit der Jahreszeiten, sowie die dazugehörigen Landschaftsbilder in sich aufzunehmen.

 

Durch das Ausbaggern wird die, für die Bewohner und die Besucher wichtige vorhandene Infrastruktur (Straßen und Wege) für immer zerstört. Dadurch ist der Niederrhein nicht mehr so optimal zu Fuß oder mit dem Fahrrad erlebbar, weil die Straßen nicht mehr vorhanden sind beziehungsweise in Sackgassen umgewandelt werden und es keinen Durchgang mehr gibt.

 

Was passiert, wenn wir kein sauberes Trinkwasser mehr haben, wenn die landwirtschaftlichen Flächen verschwunden sind, wo bekommen wir die Lebensmittel her?

 

Ach, ich vergaß, die Lebensmittel kommen ja aus dem Supermarkt und die Vielfalt und die Schönheit unserer niederrheinischen Landschaft wird uns als Video ins Internet gestellt.

 

 

 

Dieter Haller

 

Hamminkeln

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