Sollte es einen nicht stutzig werden lassen, dass der Reeser Rat und die Verwaltung nicht als vor Ort politisch Verantwortliche selber handeln (wollen?), sondern vielmehr versuchen, den Kreis Kleve -über den Kreistag- zu bewegen, ein unabhängiges hydrogeologisches Gutachten zur gepl. Abgrabung “Reeser Welle” in Auftrag zu geben. Angeblich sei es Rees u. a. zu teuer, eine eigene dbzgl. Begutachtung anzustrengen Der Umweg über das Kreishaus zeigt m. E., dass Rees nicht ernsthaft bestrebt scheint, dieses Baggerloch verhindern zu wollen.

Ich empfinde es vielmehr als Taschenspielertrick (so nach dem Motto,:” warum einfach, wenn es auch kompliziert geht”). Manch einer mag sich noch erinnern, dass 1990 die Reeser Politik alle ihr zur Verfügung stehenden demokratischen Mittel einsetzte, um im Halderner Bundeswehrdepot das giftige P E R-Lager (letztlich erfolgreich) abzuwenden. Zum Ausgang desselben Jahrzehntes begann die Politik in Rees ebenfalls bereits sämtliche Hebel in Bewegung zu setzen, die Norderweiterung Reeser Meer zu planen, um angeblich den Ferienpark “Bad Himmelblau” sicher realisieren zu können. Im vorauseilenden Gehorsam ließ damals das Reeser Rathaus dort Wiesen und Weiden in Ackerland umbrechen (um weniger gesetzlichen Naturausgleich erbringen zu müssen). Mit Duldung der Politik veranlasste die Verwaltung -im Nachherein unnötig- mit öffentlichen Mitteln, großmaßstäblich Feld-, sowie Ufergehölze zur Baufeldberäumung roden zu lassen.

Auch tolerierte sie den Bau eines damals illegal errichteten Ferien-Musterhauses. Diese Herangehensweisen verdeutlichen, wie ich finde, den damals nahezu uneingeschränkten kommunalpolitischen Willen im Sinne des “himmelblauen” Investors. Will heißen, dass der Gebrauch von Steuergeldern damals offenbar keine größere Rolle zu spielen schien (nach der Maxime “koste es was es wolle”). Halbherzig handeln meiner Ansicht nach hingegen gegenwärtig fast sämtliche örtlichen Entscheidungsträger, was die beabsichtigte Entkiesung “Reeser Welle” betrifft. Verlautbaren sie doch derzeit, dass ein neutrales Hydrologie-Gutachten notwendig ist, aber  Rees zu teuer käme.

Ist es nicht vielmehr eine Schutzbe-hauptung, um untätig bleiben zu können? Wären es nicht lediglich Peanuts, die die Stadt Rees für ein unabhängiges Gutachten zu entrichten hätten, im Vergleich zu ggf. notwendigen Regreßgeldern (wer diese auch immer letztlich zu begleichen hätte) gegenüber Esserdener Eigenheimbesitzern im abgrabungsbedingten Hochwasserschadensfall. Oscar Wilde sagte einmal:”Wir kennen den Preis von allem, aber den Wert von nichts”. Es bleibt zu hoffen, dass das Kind nicht erst in den Brunnen (ins Baggerloch “Reeser Welle”) fallen muss.

Wilhelm Wißen

Ratzeburger Straße 6

23923 Schönberg

Tel.:0177/8474620

Diese Webseite verwendet Cookies, um die Bedienfreundlichkeit zu erhöhen.
Weitere Informationen Ok