Sommerinterview mit Ansgar Müller : „Ich bin Landrat, kein Wasserrat“

Moers Ansgar Müller spricht im RP-Sommerinterview über Kiesabbau, Identifikation mit dem Kreis Wesel und Wölfin Gloria.

von Sebastian Peters

 

Auszug aus dem Interview:

Sie sprechen die wirtschaftliche Entwicklung an. Eine Frage, die Sie im Kreishaus bewegt, ist der Kies. In Wesel gibt es Proteste gegen Abgrabungen in Obrighoven, linksrheinisch ebenfalls.

Müller Das Problem beim Sand und Kies liegt auf der Ebene des Landesentwicklungsplans. Die Regionalplanung muss die Vorgaben nur umsetzen. Die Vorgabe des Landtags vor der Sommerpause hat zwei Probleme, die sich miteinander im negativen Sinne verstärkten: Der Bedarf der Zukunft wird ausschließlich aus dem Verbrauch der Vergangenheit abgeleitet. Wir wissen, dass Kies von hier aus bis ins Mittelmeer transportiert wird. Einfach nur den Kiesabbau der Vergangenheit fortzuführen, wird einer steuernden Bedarfsaussage nicht gerecht. Das Land NRW verwirklicht hier nicht seine eigene Nachhaltigkeitsstrategie. Der zweite Faktor ist, dass der ermittelte Bedarf sogar für 25 Jahre in der Planung dargestellt werden muss. Die Hauptkiesvorkommen sind im Kreis Wesel. Die Versorgung muss also von hier kommen. Die Leute wehren sich aus meiner Sicht nachvollziehbar. Deshalb wollen wir klagen gegen den Landesentwicklungsplan.

Wie wird die Klage vorbereitet?

Müller Nach den Sommerferien werde ich den Kreisgremien vorschlagen, die Klage zu beschließen.

Was bedeutet das finanziell?

Müller Das ermitteln wir gerade. Vier Städte und Gemeinden im Kreis Wesel mit Bürgermeistern verschiedener Parteibücher sind mit an Bord bei der Klage.

Haben Sie das Gefühl: Die baggern meinen Wahlkreis weg?

Müller Ja, dabei bin ich Landrat, nicht Wasserrat (lacht).

Guter Witz, haben Sie den zum ersten Mal gebracht?

Müller Zumindest öffentlich noch nicht.

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