Argumente für den Kiesabbau                 Rheinische Post vom 06.08.2019

Baggern ist Bio

  von  Markus Balser

Der Titel dieses Buches dürfte bei Gegnern des Kiesabbaus sicher einen starken Abwehrreflex auslösen: „Baggern ist Bio!“ heißt die knapp 170 Seiten starke Publikation, die jetzt das Reeser Unternehmen Holemans herausgebracht hat. „Das soll keine Provokation sein“, stellt Michael Hüging-Holemans, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe klar. Vielmehr ein Sprachspiel, das den Inhalt eines Symposiums, das vergangenes Jahr in Bislich stattfand, auf den Punkt bringen soll.

Die damaligen Referenten sind auch die Autoren des Buches. Es sind Wissenschaftler wie der Geoökologe Dr. Andreas von Hessberg von der Universität Bayreuth, der die These vertritt, dass sich Störungen der Ökologie auch positiv auf die Weiterentwicklung eines ökologischen Systems auswirken können. Oder wie der Geobotaniker Dr. Michael Rademacher, der sich mit der biologischen Vielfalt in Abbaustätten beschäftigt. Die seien nach der Renaturierung ökologisch oft wertvoller als vorher. Oder wie der Diplom-Biologe Peter Schmidt, der sich mit Amphibien-Arten befasst, die fast nur noch in Auskiesungsgebieten anzutreffen sind.

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Holemans: Kies- und Sandabbau seit 1873

Die Firma Das Unternehmen Holemans wurde 1873 gegründet. Firmensitz ist in Rees. Momentan hat das Unternehmen 170 Mitarbeiter, etwa 40, davon arbeiten in der Rheinstadt. Der Umsatz liegt bei ca. 25 Mio. Euro, etwa 12 Mio. Euro stammen davon aus Rees.

Die Werke Holemans betreibt zwischen Wesel und Rees zwei große Werke. Zwei weitere in NRW gibt es noch in Issum und  Weilerswist. Das Werk Schwegermoor bei Osnabrück ging vor zwei Jahren in Betrieb.

Aber auch der Lobbyist Dirk Finke kommt zu Wort, ebenso die Hausbootvermieter Dorothee und Volker Dingebauer vom Diersfordter Waldsee, die über ihre Erfahrungen mit der Folgenutzung eines Kiessees sprechen.

Alles in allem ist das Buch also eine Ansammlung von Argumenten, die für den Kiesabbau sprechen sollen. Lobby-Arbeit für eine Branche, die längst nicht mehr unumstritten ist.

Michael Hüging-Holemans legt dabei jedoch Wert darauf, dass die wissenschaftlichen Beiträge auf Fakten basieren. Und die würden von den Kritikern häufig außer acht gelassen. „Wir müssen uns oft mit unwahren Behauptungen auseinander setzen“, sagt der Unternehmenschef. So stimme es zwar, dass 90 Prozent des aus dem Reeser Bruch stammenden Kieses exportiert werde, was der Anbindung zum Rhein geschuldet sei, dass aber der von Holemans in die Niederlande verkaufte Kies weiter in die Vereinigten Arabischen Emirate gehe, sei schlichtweg falsch. Der Niederrhein werde nicht für Bauprojekte in der Wüste ausgebeutet. Ein nicht unbeträchtlicher Teil des von Holemans in anderen Werken geförderten Kieses ginge direkt an deutsche Unternehmen. „Zum Beispiel an Bögl in Hamminkeln, die weltweit führend bei Tunnelbauelementen sind“, sagt Hüging-Holemans.

Ökologisch jedenfalls sieht Hüging-Holemans sein Unternehmen auf dem richtigen Weg. „Ein mittlerweile deutlicher Anteil unserer Produktion kommt aus der Nachauskiesung“, erklärt er das Verfahren, bei dem Kiesvorkommen im Boden, die früher aus technischen Gründen nicht abgebaut werden konnten, jetzt mit einem Saugbagger gefördert werden. Und bei dem der Flächenverbrauch nicht in die Breite, sondern in die Tiefe geht.

Das Buch „Baggern ist Bio“ ist für 19,90 Euro bei der Firma Holemans, Vor dem Rheintor 17, Rees, erhältlich. Info auch unter Telefon 02851 10410 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

 

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