BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern die Verlängerung im Landesentwicklungsplan zurückzuziehen
 
Weseler Lokalkompass vom 02.07.2019

Auskiesung am Niederrhein – Brisanter denn je

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Hubert Kück, Fraktionsvorsitzender der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN klagt an, dass CDU und FDP den Kontakt zur Bevölkerung verloren haben. „Der Niederrhein ist denen so egal, wie das Weiße vom Spiegelei“, sagt er.

Die Verlängerung der Versorgungszeiträume sollen von 20 auf 25 Jahre und die Vorsorgezeiträume von zehn auf 15 Jahre angehoben werden. Dies führt zu einem massiven Problem. Ganze 300 Hektar sollen zusätzlich zu den 1.250 Hektar an Auskiesungsfläche dazu kommen. Dies ist eine Gesamtfläche von 420 Fußballfeldern, die zusätzlich unwiederbringlich zerstört werden. Die Abstimmung findet in der nächsten Woche statt.

Derzeit gibt es in Wesel 19 Bürgerinitiativen, zu denen auch die Nabu , der BUND und der Niederrheinappell gehören. „Wir fordern eine deutliche Reduzierung des Kiesabbau am Niederrhein, um die Flächen am Niederrhein zu erhalten“, so Melanie Gronau vom Niederrheinappell. Es ist festzustellen, dass vermehrt ganze Schiffsladungen ins benachbarte Ausland verschifft werden ohne irgendeinen Nutzen für den Niederrhein.

Vor allem die Landwirte haben enorme Zukunftsängste, da sie oft nur noch Pächter der Ländereien sind. „Und wir haben in Nordrhein-Westfalen schon die höchsten Pachtpreise“, so Horst Becker, Sprecher für Wirtschaftspolitik und Landesplanung im Landtag NRW. „Es könnten unter Umständen ganze Existenzen wegbrechen“, fügt Melanie Gronau hinzu.

Und auch das Thema Recycling ist steht ganz oben auf der Liste. Was verstärkt in den Fokus rücken sollte, ist das Downrecycling, das heißt den Beton aus Abrisshäusern wieder als Beton für den Neubau zu verwenden. „Derzeit wird maximal ein Prozent genauso recycelt“, sagt Günther Rinke, der BUND Kreisgruppe Wesel. Es wird Zeit, dass das Downrecycling ein besseres Image bekommt. „Und wir sollten alle verstärkt darüber nachdenken, ob so viele Altbauten wie noch nie einfach abgerissen werden müssen anstatt renoviert zu werden“, fügt Günther Rinke hinzu, "sonst sieht der Niederrhein irgendwann aus wie ein Schweizer Käse."

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