Trotz der hitzigen Diskussion um Abgrabungen wird die Tür zum Runden Tisch offengehalten.

Kaum ein Thema hat am Niederrhein in den letzten Wochen so an Fahrt zugelegt, wie der Kies. Die über den Landesentwicklungsplan und den Regionalplan bevorstehende Rohstoffsicherung scheidet die Geister. Besonders von Flächenverbrauch betroffen ist der Kreis Wesel. Hier gab es mal eine recht breite Mehrheit, die sich für einen anderen, Mensch und Natur schonenderen Umgang stark gemacht hat und in einer Resolution des Kreistags Ausdruck fand. Aber diese Mehrheit bröckelt. Bekanntlich wollen unter anderem die Grünen den Regionalkonferenzen fernbleiben, die zu Kompromissen führen sollen. Das sorgt bei der CDU für Irritationen. Sie kämpft um eine breite Beteiligung an diesem runden Tisch. Dies untermauerten am Freitag in Wesel die CDU-Landtagsabgeordnete Charlotte Quik, Frank Berger als Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, Udo Bovenkerk, ebenfalls Kreistagsmitglied und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU im Regionalverband Ruhr, sowie Alpens Parteichef Sascha van Beek.

Quik erklärte unumwunden, dass es für sie derzeit „keine schöne Situation“ sei, einerseits die Erhöhung um fünf auf 25 Jahre Laufzeit laut Koalitionsvertrag vertreten zu müsseen, während der Unmut darüber ihr in der Heimat „ungebremst“ entgegenschwappt. In den Details indes habe die Kreis Weseler CDU durch verstärkte Arbeit auf allen Ebenen in den letzten Wochen sehr wohl eine Menge erreicht. „Es ist gelungen, die Begriffe Kies und Kreis Wesel im Landtag und im Kabinett in den Vordergrund zu bekommen“, erklärte Berger. Dies sei in Düsseldorf keine Kleinigkeit, denn die Wenigsten, auch auf Ebene des Essener RVR, interessierten sich dafür. Bovenkerk berichtete, dass am Freitagmorgen erstaunliche 20 Minuten lang in der RVR-Verbandsversammlung über den Kies gesprochen wurde.

Der Alpener van Beek erläuterte anhand der Beispiele Bönninghardt und Drüpt, wie wenig nachvollziehbar gerade die Auswahl dieser Gebiete für die Kiesgewinnung sei. Also müssten Orts- und Gemeindeverbände der CDU auf die Landesebene einwirken, um auf die Regionalplanung Einfluss zu nehmen. Diese, namentlich Martin Tönnies, steht bei den Christdemokraten in der Kritik, weil Tönnies Politik gegen die Landesregierung mache, die nicht in sein Weltbild passe. Nun hat auf Beschluss des Landtags der RVR besagte Regionalkonferenzen einzuführen. Und da sei es eben wichtig, alle Akteure an einem Tisch zu versammeln.

Quik sieht darüber hinaus sehr wohl Möglichkeiten, noch in verschiedenen Details zu guten Lösungen zu kommen. Auch was die strittigen Exporte angeht. So könne mit den Niederlanden und Belgien gesprochen werden, um die Ressourcen besser zu schonen. Zudem müsse man in die bereits vorhandenen Abgrabungen schauen. Es gehe beispielsweise nicht, dort genehmigte Mengen nicht abzubauen, um sich für schlechte Zeiten Vorräte zu schaffen, während zeitgleich neue Löcher aufgerissen würden.

Berger hob nochmals die auch von den Kreis-Grünen mitunterschriebene Resolution hervor, die weiterhin „eine gute Lektüre“ sei, und verwies auf die Klausel, nach einigen Jahren neu über Laufzeiten nachzudenken.