Reeser Welle                               NRZ v. 07.06.2018

Reeser Welle: Kreis Kleve hat Antragsverfahren ausgesetzt

 
Der Kreis Kleve hat das Antragsverfahren zur Reeser Welle ausgesetzt.

Foto: Eden

Der Kreis Kleve hat das Antragsverfahren zur Reeser Welle ausgesetzt.

 

REES.   Wegen „offener Kiesfenster“ müssen Kiesunternehmen ein ergänzendes hydrologisches Gutachten vorlegen.

Das dürfte den Zeitplan der Kiesunternehmen erheblich durcheinander bringen: Der Kreis Kleve als zuständige Genehmigungsbehörde hat nach Angaben der Bürgerinitiative Eden das Antragsverfahren zur Auskiesung der Reeser Welle ausgesetzt. Grund dafür sei, so die Eden-Sprecherin Melanie Gronau, dass es wohl erhebliche Bedenken wegen zweier, so Gronau, „offener Kiesfenster“ gibt.

 

Im Februar hatte der Reeser Rat mehrheitlich gegen die Vorlage des Bürgermeisters gestimmt, in der es um eine „Einverständniserklärung zur Inanspruchnahme der städtischen Grundstücke ‘Beste Moders Gängske’ und Spyckweg“ ging. Dadurch, so Gronau weiter, habe sich die Situation gravierend geändert.

Esserden wäre gefährdet

Denn die Kiesfirmen wollten eben dort, am oberen Abgrabungssee, eine Dichtschürze zum Schutz vor Qualmwasser erstellen. „Da, wo die beiden städtischen Grundstücke an den Planungsrand münden, kann dies aber nicht mehr durch Abschütten von Lehm vom Abgrabungsrand her geschehen“, erklärt die Eden-Sprecherin.

Deshalb würden dort zwei sogenannte „offene Kiesfenster“ entstehen. Was zur Folge hätte, so Melanie Gronau, dass bei Hochwasser dort Rheinwasser durchdrücken könnte und Esserden bezüglich Qualmwasser erheblich gefährden würde.

Diese Besorgnis konnten Eden-Mitglieder sowohl Landrat Wolfgang Spreen als auch Dr. Hermann Reynders, beim Kreis zuständig für Umwelt und Technik, im April vorstellen. Mit Erfolg. Denn die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten.

Auswirkungen auf landschaftspflegerischen Begleitplan

Das Antragsverfahren für die Reeser Welle wurde seitens des Kreises Kleve ausgesetzt. Darüber habe man Eden sowie Mitglieder von „Zukunft Esserden“ im Mai informiert. Nach fachlicher Prüfung, heißt es in einem Schreiben der Behörde, würden die Änderungen aus Sicht der Planfeststellungsbehörde als wesentlich eingestuft.

Was zur Folge habe, so der Kreis, dass die Auswirkungen auf das Vorhaben weiter untersucht werden müssten – und zwar durch ein ergänzendes hydrologisches Gutachten, heißt es im Schreiben der Genehmigungsbehörde weiter. Außerdem sei eine Prüfung der daraus resultierenden Auswirkungen, etwa auf den landschaftspflegerischen Begleitplan, erforderlich.

Der Kreis Kleve gehe davon aus, dass eine erneute Offenlage der Antrags- und Planänderungen erforderlich ist, so die Formulierung.

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