Rees

"Eden": Stadt soll Wege nicht verkaufen
 
Rees. Reeser Welle: Die Umweltinitiative, die die Abgrabung verhindern will, fordert von der Stadt, Flurstücke, die im städtischen Besitz sind, nicht an die Kiesindustrie zu verkaufen. Bürgermeister Gerwers glaubt nicht, dass das hilft. Von Markus Balser
 

In Sachen "Reeser Welle" bleibt die Initiative "Eden" hartnäckig. Die Umweltschützer, die die 94 Hektar große Abgrabung vor den Toren Esserdens verhindern möchten, haben jetzt erneute Kritik an der Stadt Rees geübt. Sie werfen der Stadtverwaltung und Bürgermeister Christoph Gerwers vor, nicht mit offenen Karten zu spielen und sich nicht genügend gegen die Auskiesung zu wehren, obwohl es einen entsprechenden Ratsbeschluss gibt, der weitere Auskiesungen auf Reeser Stadtgebiet ablehnt.

Konkret wirft "Eden" der Stadt vor, dass nicht nur der städtische Spyckweg von einer Auskiesung betroffen sei, sondern auch noch weitere Flurstücke, die der Stadt gehören, wie die Initiative recherchiert hat. Würde, die Stadt, so "Eden" in einer Pressemitteilung, diese Areale nicht an die Kiesindustrie verkaufen, würde die "Reeser Welle" strategisch uninteressanter für die Betreiber werden. "Man erinnere sich, dass der vorangegangene Abgrabungsantrag in von 2016 auch daran scheiterte, weil ein Besitzer nicht verkaufte. Es wundert doch sehr, dass weder damals, noch jetzt, zwei Jahre später, ein Aufschrei aus dem Rathaus zu hören ist", so "Eden"-Sprecher Leo Rehm.

Die Schlussfolgerung der Initiative: Der Stadt sei es mit dem Widerstand gegen die Pläne zum Schutz der Esserdener in Wahrheit gar nicht ernst. "Eden" argumentiert: "Ein Verkauf dieser Flächen widerspricht dem Ratsbeschluss ,keine weiteren Auskiesungen'. Dass der Rat jetzt einen Verkauf beschließen würde, wäre mehr als undenkbar und würde Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Ratsmitglieder aufkommen lassen."

Zu den weiteren Flurstücken, die "Eden" als im städtischen Besitz aufführt, gehört ein früherer Feldweg ("Beste Moders Gängske"), der mitten durch den oberen Abgrabungssee verlaufen würde, und ein Areal am Sommerdeich. Dieses Grundstück, so erklärte die Reeser Stadtverwaltung gestern auf Nachfrage der RP, sei von der Abgrabung jedoch gar nicht betroffen. Bliebe also nur der ehemalige Feldweg "Beste Moders Gängske".

 

Und der sei nach Ansicht von Bürgermeister Christoph Gerwers kein geeigneter Hebel, um die "Reeser welle" zu kippen: "Wenn wir diesen Weg nicht verkaufen, gräbt die Kiesindustrie eben einfach drumherum ab. Das ist überhaupt kein Problem", ist sich Gerwers sicher. Der Bürgermeister gibt in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass es bei der Fläche von Spyck- und Feldweg gerade mal noch um 0,03 Hektar gehe. "Das ist unverhältnismäßig wenig im Vergleich zu einer Abgrabung mit einer Größenordnung von 94 Hektar." Anders sehe es mit den großflächigen Arealen aus, die bereits vor Jahren an die Kiesindustrie verkauft wurden. Sie waren in privater Hand, beziehungsweise im Besitz der Kirche. "Wären diese Gebiete damals nicht verkauft worden, hätten wir heute eine ganz andere Diskussion so Gerwers, der damit rechnet, dass die Abgrabung durch den zuständigen Kreis Kleve genehmigt wird: "Weil es sich bei der ,Reeser Welle' um eine planungstechnische Vorrangsfläche handelt."

Und die im Übrigen in den 1990er Jahren vom damaligen Rat als eine Art Konzentrationsfläche für Abgrabungen ausgeguckt worden war, um mehrere kleinere Auskiesungen um die Stadt herum zu verhindern. "Dass es jetzt zu einer politisch gewollten Kehrtwende gekommen ist, hat beim Kreis Kleve für Irritationen gesorgt. Zudem: Kommt die Abgrabung und wir verkaufen nicht, erhalten mehrere kleinere Gewässer, was sicher auch niemand möchte."

Klar sei aber auch, dass die beiden Flächen nicht vor der Genehmigung der "Reeser Welle" verkauft würden. Ob verkauft wird oder nicht, darüber entscheidet der Rat.

Diese Webseite verwendet Cookies, um die Bedienfreundlichkeit zu erhöhen.
Weitere Informationen Ok