Knapp 100 Hektar neue Wasserfläche in Bislich

Susanne Zimmermann

06.02.2018 - 01:11 Uhr

Wesel.   Mit der geplanten Auskiesung Histenbruch sollen neben dem Diersfordter Waldsee zwei weitere große Seen entstehen. Gestern wurde die Planung im Beirat der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Wesel vorgestellt.

Mit der geplanten Auskiesung Histenbruch sollen neben dem Diersfordter Waldsee zwei weitere große Seen entstehen. Gestern wurde die Planung im Beirat der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Wesel vorgestellt.

Anders als in der ursprünglichen Planung, die eine direkte Verbindung zum Diersfordter Waldsee vorsah, sollen Kanuten jetzt durch einen schmalen Verbindungskanal zwischen Histenbruch Nord und dem Diersfordter Waldsee pendeln können – der Regionalverband Ruhr und Anlieger hatten sich gegen die erste Variante gestellt.

Für Kanus durchlässig sein

Alle drei Seen sollen für Kanus durchlässig sein. Auf Wunsch der Stadt Wesel, so die Kreisverwaltung, soll es auch naturverträgliche Wassersport- und Erholungsangebote im Sommer dort geben. Dennoch: Vorrang bei der Rekultivierung der Abgrabung sollen Biotop- und Artenschutz haben. Es wird geschützte, unzugängliche Bereiche geben, Grünlandböschungen mit Kopfbäumen in den Randbereichen, Flachwasserzonen und eine mit Ufergehölz bewachsene Insel.

Der nördliche See wird 23,3 Meter tief, der südliche 24 Meter tief. Ein Teil der insgesamt 99,8 Hektar Abgrabungsfläche – 6,6 Hektar sind bereits seit 1974 genehmigt, weitere 0,8 seit 2013 – wird Wasserfläche bleiben. Sieben Abbaufelder soll es geben, der gesamte Kiesabbau dort soll zwölf Jahre dauern. Bei vorgezogenen Ausgleichsmaßnahmen soll die Natur nicht gravierend belastet werden, so ein Gutachten.

Äsungsflächen für Gänse

Bevor die Abgrabung beginnt, sollen Äsungsflächen für Gänse in der Nähe gesichert und gepflegt werden. Für Steinkäuze wird ein Acker in eine Obstwiese umgewandelt, mindestens zwei Jahre vor Arbeitsbeginn. 20 Lerchenfenster in den umliegenden Äckern sollen Ausweichmöglichkeiten schaffen, der Kiebitz neuen Lebensraum in einer rekultivierten Grünfläche finden.

Ob die Tiere die Angebote annehmen, soll kontinuierlich beobachtet werden – falls nicht, kann die Abgrabung gestoppt werden, so die Verwaltung.

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