Reeser Welle: Eden sorgt sich weiterhin um die Sicherheit

NRZ  Emmerich-Rees  v. 17.01.2018

Rees.   Der Verein rät den Bürgern von Rees und Esserden dringend, von der Möglichkeit des Einwandes Gebrauch zu machen.

Der Verein Eden hat sich zur Reeser Welle zu Wort gemeldet. „Es ist empörend, eine solche Offenlage am 21. Dezember zu starten, denn die weit über 2.000 Seiten beider Anträge mit z.T. hochkompliziert aufgebauten Gutachten bedürfen viel Zeit der Prüfung, heißt es zu Begründung.

Den Bürger mit solch einem Umfang und dann noch über die Feiertage damit zu belasten ist unseriös!“, meint Klaus Awater, 2. Vorsitzender. Trotzdem empfiehlt er dringend, sich aus Eigenschutz mit der Thematik zu beschäftigen und die zur Verfügung stehende Möglichkeit des Einwandes in diesem sog. Planverfahren zu nutzen.

Hier werden durch Firmen Fakten geschaffen

„Denn hier werden durch privatwirtschaftliche Unternehmen weitreichende unumkehrbare Fakten geschaffen“, fügt er hinzu. Es sei nämlich keineswegs richtig, was Bürgermeister Christoph Gerwers beim Neujahrsempfang in Esserden gesagt habe, dass es relativ sicher sei, dass der Kreis die Genehmigung erteilen müsse, sagen die Eden-Mitglieder.

Damit bei Rhein-Hochwasser der dann dadurch sowieso schon erhöhte Grundwasserstand von Esserden über den Rand der Abgrabung hindurch nicht noch höher ansteigt, wurde seitens der Antragssteller eine bis zu 30 m tiefe und insgesamt ca 1600m lange Dichtschürze geplant.

Die Edener hatten bereits 2016 eingewendet, dass das von landseits heranströmende Grundwasser sich vor dieser Dichtschürze aufstauen und die Qualmwassergefahr bei Rheinhochwasserständen deutlichst erhöhen könnte. Dies insbesondere in Zeiten hoher Grundwasserstände nach längeren Regenperioden, oder Starkregenfällen.

Auswirkungen der Abflüsse bleiben vollkommen offen

In dem überarbeiteten Gutachten heiße es nun, dass dieses Grundwasser (bis auf einen angeblichen Anstieg von nur max 30 cm in Esserden) westlich und östlich um die Dichtschürze herum ausweichen würde. Wo dieses ausgewichene Grundwasser der 20m bis 24m mächtigen Grundwasserschicht unter Esserden verbleibt, ist nach Meinung von Eden aber nicht ausreichend dargestellt.

„Eine logische Vorstellung wäre tatsächlich erst einmal ein erheblicher Aufstau vor dieser Dichtschürze unter Esserden und dann ein Abfließen nach West und Ost. Die Auswirkungen dieser Abflüsse auf die sich in diesen Bereichen befindlichen städtischen und ländlichen Bereiche mit ihren Strukturen bleiben vollkommen offen, wird bemängelt.

Fragen zur Standsicherheit der Rheinbrücke

Es sei überdies sehr befremdlich, dass der Antragssteller keine Meßstellen im Ort Esserden, sondern nur in der Umgebung für seine Grundwasser-Vorhersage-Berechnungen eingerichtet hat, heißt es weiter. „Denn schließlich geht es doch genau hier um die Siedlungssicherheit der Bevölkerung“, so Heinz van Laak, 1.Vorsitzender. „Aufgrund der Tatsache, dass die Bodenschichten in der Auenterrasse sehr stark variieren, wäre es umso wichtiger gewesen, in Esserden selbst genaueste und engmaschige Datenerfassungen zu betreiben.“

Ein weiterer Kritikpunkt seitens Eden besteht darin, dass große Mengen Grundwasser unter der Rampe der Reeser Rheinbrücke umgeleitet werden. „Da stellen sich natürlich Fragen zur deren Standsicherheit, gerade vor dem Hintergrund, dass mit einer Abgrabungstiefe von dort 29 m und einem Abgrabungswinkel von 1:1,75 bis mehr oder weniger direkt an die Brückenrampe ausgekiest wird,“ so die Eden-Sprecher Dr. Leo Rehm und Melanie Gronau.

Nicht viel Platz zwischen Altdeich und Abgrabung

Mit der Fragestellung, ob sich hieraus negative Folgen für die Brückenrampe bzw. die Bundesstraße ergeben können, haben sich der Verein Eden bereits in einem Schreiben an Straßen NRW gewandt.

Eden ist überzeugt, dass die Genehmigung und Durchführung der Abgrabung der privatwirtschaftlich betriebenen Abgrabung erhebliche Einschränkungen bei der Planungsfreiheit für eine optimale Trassenführung des zu sanierenden Banndeiches vor Esserden bedeuten würde, da nicht mehr viel Platz zwischen Altdeich und Abgrabung verbliebe.

Eine Kernforderung von Eden bleibt, dass in dem „Baggerlochgebiet“ zwischen Rees und Wesel vor jeglicher weiteren Auskiesungsgenehmigung „umfassende, engmaschige hydrogeologische Erkundungen, sowie ein kombiniertes Niederschlags-Abflussmodell mit einem dreidimensionalen Grundwasser-Modell auf Grundlage instationärer Berechnungen“ erstellt werden. Nur so seien die Auswirkungen bei schwankenden Rhein- und Grundwasserständen genauer zu ermitteln und ein entsprechender Schritt in Richtung Siedlungssicherheit getan.

Einsicht in die Pläne unter unter www.stadt-rees.de, Suchfunktion: Offenlage-> Akt. Beteiligungen.

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