Eden: "Politik ist abhängig von der Kiesindustrie"
21.06.2004 / Lokalausgabe NRZ

REES. Sondersitzung wg Norderweiterung

"Die Enttäuschung auf Seiten der Bürgerschaft ist groß." Diesen Eindruck hat die Bürgerinitiative Eden, nachdem in der jüngsten Ratssitzung im Vergleich zum ersten Abstimmungsergebnis vor zwei Jahren lediglich ein Stadtverordneter seine Meinung zur Norderweiterung geändert hat. Wie berichtet hatten sich von den 33 Stimmberechtigten lediglich fünf gegen eine Abgrabung "Norderweiterung Reeser Meer" ausgesprochen. Gerade der offensichtliche Fraktionszwang auf Seiten der CDU-Fraktion sei in diesem wichtigen, überaus weitreichenden Thema in keiner Weise angemessen und missachte den Willen eines großen Teils der Bürger, kritisierte Eden in seinem Schreiben. Gerade in dieser Ratssitzung sei klar geworden, in welcher Abhängigkeit die Kiesindustrie die Politik und Verwaltung gebracht habe, heißt es weiter. Positiv hingegen seien die einzelne Gespräche zwischen Bürgern und Politikern im Anschluss an die Sitzung verlaufen, aus denen hervorgegangen sei, dass die Entscheidungen offensichtlich doch nicht gleichgültig getroffen worden seien.

Wie angekündigt will die Bürgerinitiative weiterkämpfen, will sowohl die Norderweiterung, als auch jede weitere Abgrabung im Stadtgebiet zu verhindern suchen. Im Herbst soll es eine Podiumsdiskussion geben. Nächstes Treffen der BI ist am heutigen Dienstag, 20 Uhr, im Kolpinghaus, Am Mühlenturm 6. Jeder Bürger ist herzlich zur Teilnahme eingeladen.


Abgrabung wurde befürwortet

26.06.2003 / LOKALAUSGABE / EMMERICH

NORDERWEITERUNG / Kreisausschuss befürwortet den Antrag der Stadt Rees auf Änderung des Gebietsentwicklungsplans.

REES. Der Klever Kreisausschuss befürwortet den Antrag der Stadt Rees auf Änderung des Gebietsentwicklungsplans (GEP) in Hinblick auf die Norderweiterung Reeser Meer. Für diesen Dringlichkeitsbeschluss stimmten der Ausschuss mit den Stimmen von CDU (10), SPD (4) und FDP (1). Von Seiten der CDU gab es eine Enthaltung, Anne Peters von den Grünen stimmte dagegen.

"Es ist schon merkwürdig", hatte Anne Peters zuvor gesagt, "wie sich die Meinung der Verwaltung in nicht einmal einem Jahr geändert hat." Damals habe man grundsätzlich weitere Auskiesungen abgelehnt, jetzt werde dies plötzlich positiv dargestellt. "Nun wird der Hochwasserschutz als Alibi benutzt, um dem Begehren der Stadt Rees und des Bürgermeisters Dr. Bruno Ketteler zuzustimmen", äußerte sie.

"Wir haben doch eine völlig veränderte Qualität", reagierte Kreisdirektor Wolfgang Spreen auf die Kritik von Anne Peters. Hier sei ein schlüssiges Gesamtkonzept vorgelegt worden bei dem, so Spreen wörtlich, "die Gewinnung von Kies und Sand nur ein Nebenprodukt darstellt". Die Maßnahme sei aber ein immens wichtiges Projekt für die Stadt Rees.

Roland Katzy (SPD) sieht das auch so. "Wir sehen in dem beabsichtigten Vorhaben die ökologischen und ökonomischen Interessen in hervorragender Weise kombiniert", sagte er. Seine Fraktion habe sich das Gelände vor Ort angesehen und die Planungen vorstellen lassen. Die SPD wertete es als besonders wichtig, dass es einen verbesserten Hochwasserschutz gibt. Katzy: "Es ist in unserem Interesse, dass der Retentionsraum ausgeweitet wird."

So sahen es auch CDU und FDP. "Es sei immerhin ein zusätzlicher Retentionsraum von 1,1 Millionen Kubikmetern", hatte Ulrike Ulrich noch mal erinnert, bevor sie der Stadt Rees für die Realisierung der Norderweiterung in Kombination mit dem Ferienpark "Bad Himmelblau "viel Erfolg bei der Realisierung" wünschte. "Wenn ausgekiest wird, müssen wir künftig schauen, ob sich damit auch touristische Aktivitäten verbinden lassen", so Roland Katzy. "In diesem Punkt machen uns die Niederländer seit Jahren etwas vor." Peter Giltjes (FDP) wollte noch einmal versichert haben, dass der Abstand zu Haus Aspel gewahrt wird. "Das ist eingearbeitet", beruhigte Landrat Kersting.

In Sachen Vereinbarung Ausbau K 18 gab es ein eindeutiges Votum des Plenums, nach dem diese Trasse bei Auskiesung der Reeser Welle teilweise zur Gemeindestraße abgestuft werden soll. Dafür sollen Kreismittel für den Kreisverkehr am Alten Reeser Amtsgericht und den beidseitigen Radweg entlang der Empeler Straße von der B 8 bis zur Weseler Straße fließen.

MARIA RAUDSZUS


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