Nebeneinander von Kies und Landwirtschaft

CDU-VERANSTALTUNG. Büdericher und Gindericher Ortsverbände luden ein, die Situation vor Ort zu erörtern.

WESEL. Es gibt zwei Wirtschaftszweige, die den Niederrhein ganz besonders prägen: die Landwirtschaft und die Kiesindustrie. Beide Branchen sollten in einem ausgewogenen Verhältnis nebeneinander bestehen können. So lautete die Meinung vieler, die am Freitagabend an einer Informationsveranstaltung der CDU-Ortsverbände aus Büderich und Ginderich teilnahmen. Gemeinsam mit dem Team der Firma Hülskens luden die Politiker auf das Gelände der Auskiesungsfirma an der Xantener Straße bei Ginderich ein.

Wer wollte, konnte das Kieswerk besichtigen oder mit einem Boot hinaus auf den ausgebaggerten See auf dem einhundert Hektar großen Gelände der Firma fahren. Dort erklärte Dr. Rudolf Koß den Gästen, wie ein Kiesbagger arbeitet und wie ein ausgebaggerter See nach der Renaturierung aussehen kann. An den Böschungen des Gewässers haben die Experten der Firma Hülskens mit verschiedenen Pflanzen und Bodenarten Lebensräume für viele Tiere geschaffen. Vor allem Vögel und Hasen fühlen sich dort wohl. "Und auch einige Rehe leben hier", so Koß.

Hülskens-Geschäftsführer Jörg Hüting erläuterte die Bedeutung von Kieswerken für die Region. Kies und Sand seien die meist gebrauchten Rohstoffe. Die könnten halt nur dort gefördert werden, wo es sie nun mal gebe. Einen Konflikt gibt es seiner Ansicht nach nur aufgrund der Begrenztheit möglicher Flächen.

Der Technische Dezernent des Kreises Wesel, Hans-Joachim Berg, informierte über die 51. Änderung des Gebietsentwicklungsplanes. Anschließend waren die Meinungen der Gäste gefragt. Einige Landwirte kritisierten den Abend als Werbeveranstaltung für die Kiesindustrie. Viele Teilnehmer äußerten, es sei wichtig, ein Gleichgewicht zwischen Landwirtschaft und Kiesindustrie zu finden. Das Gindericher CDU-Kreistagsmitglied Heinrich Henrichs wertete die Veranstaltung und die Haltung der Büdericher und Gindericher Anwohner als durchaus positiv. "Wir müssen ein friedliches Miteinander finden", sagte er. Es gebe kein Entweder-Oder: "Sowohl die Landwirtschaft als auch die Kiesindustrie sind wichtig für unsere Region." (gasch)


NRZ 12.08.2007

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