Eden wirft Hülskens vor, sich vor Verpflichtungen drücken zu wollen

25.08.2008

STELLUNGNAHME. Die Mitglieder des Vereins sind empört. Darüber, dass das ausgekieste Reeser Eyland möglicherweise nicht wieder verfüllt wird. Heute wird dies Thema im Bauausschuss sein.

REES. Die Mitglieder des Vereins Eden sind empört. Darüber, dass das ausgekieste Reeser Eyland möglicherweise nicht wieder verfüllt wird. "Der ehrbare Kaufmann wird immer dafür Sorge tragen, dass seine einmal eingegangenen Verpflichtungen aus Verträgen eingehalten werden können", schreibt Vize-Vorsitzender Josef Stempel. Nicht so die Firma Hülskens aus Wesel, ärgert sich der Halderner. "Die Firma, die Jahrzehnte lang das Reeser Eyland ausgekiest und Millionen durch den Verkauf des Niederrheins verdient hat, versucht nun durch Trickserei und durch Einschaltung von Lobbyisten, weitere Millionen Euro zu scheffeln", glaubt er.

Als das Reeser Eyland vor langer Zeit zur Auskiesung freigegeben worden sei, habe die Wiederverfüllung des ganzen Gebietes zur Auflage gehört, der die Firma bereitwillig zu stimmt habe, um das Eyland wieder in Gänze der Landwirtschaft zuzuführen. Stempel: "Jetzt, nach dem alles ausgekiest, das Geld in den Firmensäckel ist, versucht diese Firma sich von den eingegangenen Verpflichtungen zu befreien."

Es geht um das Verfüllmaterial

Hülskens will das Reeser Eyland nicht wieder verfüllen. Verfüllmaterial sei schwer zu bekommen, lautet die Begründung. "Lächerlich", sagt Stempel. Und er erinnert noch einmal an die Aussage des Prokuristen der Firma Jörg Hüting, der in einem Gespräch mit Eden im Jahre 2004 gesagt habe, "Wenn die Politik eine Verfüllung wünscht, werden wir verfüllen. Natürlich haben wir genügend Verfüllmaterial."

"Die Firma Hülskens hat selbst genügend Verfüllmaterial, weil das nicht verkäufliche Feinkorn in ihrer Aufbereitung ausgesiebt beziehungsweise ausgeschlämmt wird", will Stempel in Erfahrung gebracht haben. Dies müsse nur noch zum Verfüllungsort verschifft werden.

Wenn jetzt die Reeser Stadtverwaltung in der Vorlage zur Ausschusssitzung vom heutigen Dienstag vorschlage, den gültigen Rekultivierungsplan für das Reeser Eyland dahingehend zu ändern, dass eben nicht mehr von Hülskens verfüllt werden müsse, so sei dies nicht nachvollziehbar. "Da geht eine Stadt, die selbst über keinerlei Ausgleichsflächen verfügt, hin und gibt ohne Not ein großes Stadtgebiet auf", ist Stempel mehr als verwundert.

Zudem seien die alten Argumente, die seit Jahrzehnten immer als Begründung für weitere Auskiesungen hätten herhalten müssen, alle wieder da und von Bauamtsleiterin Elke Strede genannt - von der Marina über den Ruhehafen bis zur ökologischen Bereicherung. Stempel wundert nicht, dass auch die Mitarbeiter vom Naturschutzzentrum Bienen den Vorschlag auf Nichtwiederverfüllung akzeptierten. "Frei nach dem Motto: Wess Brot ich ess, dess Lied ich sing." Der in der Vorlage angepriesene verbesserte Naturschutz sei auch nur "ein Feigenblatt auf Zeit". Denn die Vorlage der Bauamtsleiterin Strede stelle ihn unter Vorbehalt, weil die angestrebte Wasserfläche als Marina Vorrang haben muss.

"Wir hoffen, dass die Ausschussmitglieder endlich diesen Kreislauf durchbrechen und sich die Gestaltung der Stadt Rees nicht schon wieder von der Auskiesungsindustrie und deren Lobbyisten aus der Hand nehmen lassen", wünscht sich Stempel für Eden.