Es geht um den Vorteil Einzelner

NRZ 24.09.2007 / Lokalausgabe /

BRIEFE AN DIE REDAKTION

Werner Bohm, Halderner Straße 26a in 46459 Rees schreibt zum Thema Wiederverfüllung :

So einfach geht das, wenn man Abgrabungsverträge mit der Auflage der Wiederverfüllung aushebeln will. Man bietet ein Baggerloch den Entscheidungsträgern in Politik und Verwaltung einfach als Yachthafen, Ruhehafen, Hochwasserschutzanlage oder gar als Ökosee an. Dann bezahlt man dem in der öffentlichen Meinung hoch Angesehenen, aber immer mehr unter ständiger Kürzung ihrer finanziellen Mittel leidenden Naturschutzzentrum die wissenschaftliche Begleitung dieser Massnahme und bringt das Zentrum dadurch immer mehr in die Abhängigkeit der Entkiesungsunternehmen. Der Baggersee wird dann sogar ökologisch höher gerechnet als der unwiederbringbar vernichtete Ackerboden mit seiner ganzen Vielfalt des Bodenlebens, der uns schliesslich nachhaltig ernährt und neuerdings auch Energie liefert. Wenn zudem behauptet wird, es gäbe kein Verfüllungsmaterial mehr, welche langfristige Planung lag denn dann der Genehmigung zur Entkiesung zu Grunde? Der sofortige Stopp einer laufenden Abgrabung wäre doch die logische Konsequenz, wenn man doch heute schon weiss, dass morgen das Wiederverfüllmaterial fehlen wird. Tatsache ist, dass es hier um sehr viel Geld geht. Eine Wiederverfüllung macht schliesslich zirka 33 Prozent der gesamten Produktionskosten aus. Die gemeinsamen Presseauftritte unserer Vertreter in Politik und Verwaltung mit Vertretern der Entkiesungsfirmen zeugen von einer unseligen Allianz.

Vorgebrachte Argumente wie z.B. "gesellschaftlicher Mehrwert", "ökologische Aufwertung", "Freizeitnutzung" und so weiter sind doch nur Gehirnkleister, die einen Nimbus aufbauen sollen, der so niemals stattfinden wird. Im Gegenteil, es geht um den Vorteil Einzelner, das Allgemeinwohl, vor allem langfristig, wird dabei nicht berücksichtigt.