Hoffnungsschimmer keimt auf

23.04.2007 / LOKALAUSGABE / EMMERICH

"Die aufmerksamen Beobachter des Schiffsrverkehrs auf dem Rhein sehen nach wie vor im Minutentakt die mit Kies voll beladenen Schiff in Richtung Holland fahren. Wenn die Betrachter den Bericht über Reaktionen der Reeser Politiker, die Ausliesung betreffend lesen, keimt bei ihnen sicherlich ein kleiner Hoffnungsschimmer auf.

In Anbetracht der bisher schon zu beklagenden Kraterlandschaft Niederrhein (gemeint sind die unendlich vielen mit Wasser gefüllten Baggerlöcher) machen sich viele Bürger ernstlich große Sorgen um die weitere Zukunft. Dies tut wohl jeder, der sich mal eine neuere Luftaufnahme vom Niederrhein bewusst angesehen hat.

Genau diese Sorgen machen sich offensichtlich die dafür Verantwortlichen in Düsseldorf gar nicht. Sonst ist ja wohl das von der Bezirksregierung signalisiete Vorhaben, weitere Auskiesungen zu fördern und zu planen, überhaupt nicht zu erklären. Die Leute dort nehmen für den momentanen Profit einiger weniger und den Erhalt von nur wenigen Arbeitsplätzen massive und nicht wieder gut zu machende Folgeschäden in Kauf, die sie selbst nicht zu tragen haben. Diese Leute haben irgendwann mal zugesagt, für das Wohl der Öffentlichkeit sorgen zu wollen. Jetzt handelt man nach dem Motto "für Geld machen wir alles".

Wenn heute neben der Kraterlandschaft viele weitere negative Folgen entstehen bzw. schon entstanden sind, ist das immer mit ausdrücklicher Genehmigung eben dieser Leute geschehen und wird es wohl, wenn man ihnen nicht Einhalt gebietet, weiterhin geschehen. Diesen Leuten ist ganz sicher voll bewusst, dass dieser Kies den Wasserfilter für das kostbare Trinkwasser für uns alle bildet. Zusätzlich wird das nun an der Oberfläche liegende Grundwasser duch Verschmutzungen aus der Luft belastet. Bewusst ist ihnen auch, dass bei den Abgrabungen kostbare Acker-/Wiesenflächen vernichtet werden. Ob diese später nicht mal dringend benötigt werden, kann heute niemand vorhersagen.

Die lokalen Zuständigkeiten in Rees nehmen nun offensichtlich berechtigte Bedenken der Bürger ernst und zeigen Grenzen auf. Daran sollten sich die Verantwortlichen in Düsseldorf ausrichten und den Kiesabbau nicht nur als Geldquellen, sondern als Ganzes betrachen. Unsere Kinder und Enkel haben einen Anspruch darauf, den Niederrhein so bewohnen zu können, wie wir das jetzt tun. Niemand, auch nicht die Leute in Düsseldorf, hat das Recht, ihnen eine Mondlandschaft zu hinterlassen."