Hamminkeln als Vorbild

10.09.2007 / LOKALAUSGABE / WESEL

Wer bis jetzt gedacht hatte, dass eine Verwaltung und die Politik nicht lernfähig sind, wurde über die Nachricht aus dem Hamminkelner Rathaus positiv überrascht. Die Verwaltung und die Politik in Hamminkeln haben rechtzeitig erkannt (fünf Minuten vor zwölf), dass durch Auskiesung in wenigen Jahren eine Jahrhunderte alte, einmalige, gewachsene Kulturlandschaft am Niederrhein, welche geprägt ist durch Auen, Wiesen, Äcker und Gehöfte, systematisch und unwiederbringlich zerstört sein wird, und hat entsprechend gehandelt. Die Lösungsansätze, die dort erarbeitet wurden, sind beachtenswert und sollten von den anderen Kommunen und Kreisen übernommen und im Rahmen der 51. Änderung des Regionalplanes der Bezirksregierung in Düsseldorf vorgetragen werden. Nur so kann unsere niederrheinische Heimat vor der unwiederbringlichen Zerstörung gerettet werden.

Die Bürger vom Niederrhein wünschen der Verwaltung und der Politik in Hamminkeln für ihre Ratssitzung am 12. September eine glückliche Hand im Sinne des Erhalts unserer schönen niederrheinischen Landschaft.

Der vom Technischen Dezernenten des Kreises Wesel aufgezeigte Vorschlag (Einführung einer Kiesabgabe und dieses Geld dann den betroffenen Kommunen zukommen zu lassen, um die Landschaftsschäden, die durch die Kiesabgrabungen entstehen, zu beseitigen) sollte sofort verworfen und in keinem Falle der Bezirksregierung vorgetragen werden. Hier ist doch das Verursacherprinzip anzuwenden. Die Kiesindustrie zerstört wissentlich und vorsätzlich durch das Auskiesen die niederrheinische Landschaft, also muss auch die Kiesindustrie diese Zerstörung reparieren.

Der Technische Dezernent des Kreises Wesel wäre gut beraten, die von der Verwaltung und der Politik in Hamminkeln erarbeiteten Lösungsansätze zu übernehmen. Und die Bezirksregierung ist aufgefordert, um einem dauerhaften Verlust von Bodenflächen entgegenzuwirken, ohne Ausnahmen die Verfüllung und Wiederherstellung der ursprünglichen Nutzungsfunktionen von Abgrabungsflächen bei der Genehmigung für die Auskiesung als Auflage festzuschreiben.

Dieter Haller Hamminkeln