Arbeitsplatz ist gleich Arbeitsplatz

28.06.2004 / LOKALAUSGABE / EMMERICH

Harry Schulz sieht in der Sicherung der Arbeitsplätze bei der Niederrheinischen Kies- und Sandbaggerei (NKSB) seine größte Aufgabe. Aber muss denn wegen der bestehenden 45 Arbeitsplätze ein ganzes Stadtgebiet vernichtet werden? Bis zum heutigen Tag sind es bereits 20 Prozent der gesamten Fläche, die diese Industrie zerstört hat. Wenn alle die in der Ratssitzung angesprochenen Flächen ausgekiest sind, hat Rees fast 30 Prozent an Fläche verloren.

Ich behaupte nicht - wie es sein Parteifreund Schmidt es getan hat -, dass Herr Schulz lügt, aber er verbreitet nach meiner Meinung Halbwahrheiten. Es irritiert doch sehr, wenn er bei seinem Kampf für die Arbeitsplätze in der Kiesindustrie die Arbeitsplätze, die durch die Abgrabung vernichtet werden, komplett außer Acht lässt.

Wenn immer mehr Land vernichtet wird, wie hoch sollen dann die Pachten steigen, die die Landwirte zahlen müssen? Wo sind dann die Flächen, die die Landwirte zur Ausbringung der Gülle benötigen? Was ist mit den Arbeitsplätzen der Lohnunternehmer. Hier werden also in der Landwirtschaft in erheblichem Umfang Arbeitsplätze durch die Auskiesung vernichtet.

Dass die früheren Sozialisten sich nicht um Klöster und Kirchen besondere Sorgen gemacht haben, ist allgemein bekannt. Dass die heutigen führenden Sozialdemokraten in Rees sich nicht um die drohende Vernichtung von 65 Arbeitsplätzen im Haus Aspel durch die Auskiesung der Norderweiterung sorgen, ist bezeichnend.

Diese Arbeitsplätze, Herr Schulz, sind mir genau so wichtig wie die Arbeitsplätze der Kiesindustrie. Im Übrigen sind bei der NKSB die meisten Arbeitsplätze durch Rationalisierungs-Maßnahmen vernichtet worden und das, obwohl diese Firma an dem Reeser Kies eine riesige Einnahmequelle hat (Vor Jahren arbeiteten dort noch ca. 120 Leute heute nur noch 45 Personen.) Herr Schulz, Sie finden mich an Ihrer Seite, wenn es um den Kampf für Arbeitsplätze geht. Es sollte unser aller Ziel sein Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen. Aber der Preis, den wir alle dafür zahlen müssen, darf nicht ins Unermessliche steigen.

Gerdi Geßmann Haldern