Schluss mit dem Kiesabbau: breites Bündnis gegen Kiesabbau

21.03.2019 - 17:11 Uhr

Kreis Kleve

Sie wollen kämpfen: Bürgerinitiativen und Interessengemeinschaften haben sich zum „Aktionsbündnis Niederrheinappell 2019“ zusammengeschlossen.

Zehn Bürgerinitiativen und Interessengemeinschaften aus den Kreisen Wesel und Kleve, die überwiegend gegen einen weiteren Kiesabbau am Niederrhein kämpfen, sowie einzelne engagierte Bürger und der Naturschutzbund NRW haben sich zum „Aktionsbündnis Niederrheinappell 2019“ zusammengeschlossen. Zu den Hauptinitiatoren gehören die Kiesgegner Alpen/Millingen. Das Gründungstreffen fand Sonntag im Alpener Amaliencafé statt.

Es wurde beschlossen, sich mit einem Schreiben für den Erhalt der niederrheinischen Landschaft an die nordrhein-westfälische Landesregierung und die zuständigen Landtagsabgeordneten sowie an die zuständigen Behörden zu wenden. Wie das Bündnis am Dienstag weiter mitteilte, sollen in den kommenden Wochen Bürger, Vereine, Behörden, Unternehmen, Politiker und Verbände aufgefordert werden, sich dem Niederrheinappell 2019 anzuschließen, um so „Verantwortung gegenüber ihrer Heimat, den dort lebenden Menschen und unserer Natur zu übernehmen“.

„Auf diesem Wege und mit vielfältigen Aktionen und Veranstaltungen wollen wir uns für einen nachhaltigen Umgang mit den Kies- und Sandreserven am Niederrhein einsetzen und Bürger auf die bevorstehenden Änderungen und dadurch bedingten Folgen des Landesentwicklungsplanes aufmerksam machen“, teilte Simone Spiegels als Sprecherin des Bündnisses mit. Sie stammt aus der Interessengemeinschaft Dachsbruch in Kamp-Lintfort. Das Bürger-Bündnis kritisiert, dass in den Planungsämtern so viele Flächen für den Abbau von Kies und Sand ausgewiesen werden sollen, dass diese nunmehr für eine Versorgung von 25 anstelle wie bisher 20 Jahren reichen sollen. Die Bürgerinitiativen befürchten auch, dass es den Kiesunternehmen zukünftig ermöglicht werden soll, außerhalb sogenannter Konzentrationszonen Anträge zu stellen, wobei die Genehmigungsverfahren erleichtert werden sollen.

Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete sowie Trinkwasserreservegebiete könnten mit einbezogen werden. „Hinsichtlich solcher Änderungen sowie dem Umstand, dass große Mengen des Sand- und Kiesabbaus am Unteren Niederrheins dem lukrativen Exportgeschäft dienen, der Rohstoffmarkt benachbarter Länder mit Kies und Sand aus niederrheinischem Abbau beworben wird, muss dringend ein Umdenken stattfinden“, betonte Melanie Gronau vom Reeser Verein Eden. „Es kann doch nicht sein, dass in Zeiten steigender Konjunktur unserer Baustoffbranche der Niederrhein noch weiter und schneller zerstört wird und noch viel mehr Flächen ausgebaggert werden sollen, während die Kiesfirmen Unmengen dieses Rohstoffes profitabel außer Landes schaffen“, ergänzt Denise Cleve, Sprecherin der BI Kiesgegner Alpen/Millingen. Mehrere Kiesfirmen hatten dagegen vor Wochen eine industriefeindliche Politik kritisiert. Nach ihren Angaben wird der Kies gebraucht, um in Deutschland Häuser, Straßen und Brücken zu bauen.

 

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