Rees, den 20.02.2019

 

Pressemitteilung EDEN e.V.

Bürger aus den Kreisen Wesel und Kleve, sowie der Bürgerinitiative „Zukunft Esserden“und EDEN e.V. haben sich nun an den Landtag NRW gewandt. Dort stellten Sie einen Petitionsantrag, dass Kies und Sand im Regionalplan als nationale Rohstoffreserve und/oder NUR für den regionalen Bedarf ausgewiesen werden soll. (Einsicht unter www.eden-niederrhein.de, sowie Facebook: eden niederrhein)

„Wenn man den Kiesabbau am Niederrhein verfolgt, stellt man fest, dass in den letzten Jahrzehnten immer mehr Flächen in immer kürzerer Zeit weggebaggert wurden und kommt dann zu der Frage, woran das liegt,“ so Melanie Gronau und fügt hinzu: „Die Größe/ Menge der im Regionalplan neu auszuweisenden Entkiesungsflächen richtet sich nach dem sogenannten "BEDARF", welcher sichergestellt werden muß. Das hierfür benötigte Kies- und Sand-Volumen ermitteln die Behörden zusammen mit dem Geologischen Dienst nach dem tatsächlich stattgefundenen Abbau in den jeweils drei vorangegangenen Jahren - also dem Flächen-Volumen, welches in den jeweils vergangenen 3 Jahren weggebaggert wurde. Steigern die Kiesunternehmen dabei jedoch ihren Abbau, um ihre zahlreichen Auslandsgeschäfte zu bedienen, wird folglich entsprechend mehr Fläche abgebaggert und dies dann wiederum behördlicherseits als ein "höherer Bedarf" gewertet, welcher bei der nächsten Flächenausweisung berücksichtigt werden muß.“

„Es wird seitens der Behörden nicht unterschieden zwischen Kies- und Sandförderung einerseits nur für unsere Region und auf der anderen Seite für die besonders lukrativeren Exportgeschäfte, auch wenn sich ein Regionalplan eigentlich ja nur auf die Region beziehen sollte. Es zählt dabei nur die Gesamt-Abbaumenge, welche den angeblichen tatsächlichen "Bedarf" wiederspiegelt. Das ergibt dann das verzerrte Ergebnis einer sogenannten Nachfrageorientierten-Rohstoffgewinnung, welches dabei natürlich den Entkiesungsunternehmern in die Hände spielt. “ so die Mitglieder von Zukunft Esserden.

„Je größer also das sehr profitable Exportgeschäft ist, umso mehr wird der Kiesindustrie folglich an Abbauflächen zugestanden. Die Abbaugeschwindigkeit, bei der unser Boden ausgebeutet und unser Niederrhein unwiederbringlich vernichtet wird, wird also folglich von der Kiesindustrie selber vorgegeben und durch Optimierung in Technik und Absatz immer mehr beschleunigt. Somit bestimmen letztendlich also die Kiesunternehmen die Flächenmenge nach ihrem eigenen „Absatz-Bedarf“, wie in einem Selbstbedienungsladen.“, sagt Dr. Leo Rehm.

Während z.B. die Niederlande die enormen und vielseitigen Schäden durch den Kiesabbau erkannten und nur noch sehr restriktiv neue Flächen ausweisen (auch die Gasförderung wird aktuell aufgrund von Bodensetzungen drastisch heruntergefahren), machen sich hiesige Unternehmen unsere unzureichende gesetzliche Regelung gnadenlos zunutze, um andere Absatzmärkte zu bedienen. Wer sich auf die Homepage www.holemansnederland.nl begibt, wird schnell feststellen, dass dort z.B. unser niederrheinischer Kies zur Bedienung des gesamt niederländisch und belgischen Marktes beworben wird. Dabei muß man sich die Frage stellen, können wir uns das überhaupt leisten?

"Die Kiesindustrie argumentiert, dass sie nur regional versorgt, obwohl sie dabei die Märkte zweier Nachbarländer zusätzlich mit anführt. Dies bezeichnet genau die Problematik, und gerade das müssen die Niederrheiner und die Politiker einfach wissen", so Johannes Hüskens. „Hinzu kommt, dass gemäß neuem Landesentwicklungsplan die Versorgungszeiträume von 20 auf 25 Jahre erhöht werden sollen. Das bedeutet aber auch, dass zusätzlich 25% mehr an Flächen ausgewiesen werden müssen, um den Kiesunternehmen und deren Abnehmern eine solch lange Versorgungs- und Planungssicherheit zu gewährleisten.“

„Nachdem die Kiesfirmen jahrelangen für sich profitablen Raubbau betrieben und viele dafür eingegangene Versprechen und Verträge nicht eingehalten haben, wird zur Zeit ein Angstszenario aufgebaut, als ob in ganz Deutschland keine Straßen und Brücken mehr gebaut werden könnten, wenn der Niederrhein nicht weiterhin ausgebeutet werden kann, so, als gäbe es nur hier Kies und

Sand. Die durch Planungsbehörden neu anvisierten binnenländischen Flächen im Kreis Wesel sind von den Kiesunternehmen nicht gewollt und werden von ihnen abgelehnt, weil sie sich offensichtlich zu weit weg vom lukrativen Schiffstransport ins Ausland befinden. „Doch der „Schweizer Käse zwischen Bislich und Rees“ würde ja gar nicht mehr die Möglichkeit bieten, die von den Kiesleuten geforderte enorme Flächenausweisung dort auch noch unterzubringen“, so Wolfgang van Laak.

„Es kann nicht sein, dass die Bürger nun gegeneinander ausgespielt werden nach dem Motto: nicht vor meiner Tür, aber bei den Anderen ist das ok. Von daher muß erst einmal die Frage geklärt werden, ob überhaupt vor dem Hintergrund der unzureichenden Bedarfsermittlung so viele Flächen neu ausgewiesen werden müssen, nämlich die Frage um welchen und wessen Bedarf es hier eigentlich geht? Ob mit dem Niederrheinischen Kies der Bedarf des jeweiligen Regierungsbezirkes, oder auch gleich noch der Marktbedarf der umliegenden Nachbarländer, oder auch darüber hinaus, mit gedeckt werden muß. Oder geht es letztendlich einzig und allein um den Profitbedarf der Kiesindustrie? Hat die Kiesindustrie nicht in den vergangenen Jahren selber das Thema Kies diskreditiert, indem sie die nicht definierte Bezeichnung „wessen Bedarf“ gedeckt werden muß, über die Maßen ausgenutzt hat, um mit immer mehr Vollgas unsere Heimat wegzubaggern und somit auf die jetzige Kollision zu zusteuerten.“, so EDEN e.V

 

Diese Webseite verwendet Cookies, um die Bedienfreundlichkeit zu erhöhen.
Weitere Informationen Ok