Eden e. V. kritisiert Forsa-Umfrage zu weiterem Kiesabbau

18.07.2017 - 12:00 Uhr

Ein weiterer Kiesabbau wird in Rees sehr kritisch gesehen.

Rees.   Eden kritisiert von Kiesindustrie beauftragte Forsa-Umfrage. Beim NRZ-Barometer hatten 78 % der Befragten weitere Auskiesung abgelehnt.

Der Verein Eden, der u.a. gegen weiteren Kiesabbau ist, kritisiert die, so Eden, jüngst von der Kiesindustrie beauftragte Forsa-Umfrage: „Die niederrheinische Kiesindustrie deutet jetzt ihre Forsa-Umfrage quasi als Aufforderung zu weiteren Abgrabungen. Und die Fragen waren ja auch entsprechend formuliert“, ärgert sich Georg Woede, Gründungsmitglied von Eden.

„Werden wir in Zukunft mehr, weniger, oder ähnlich viel Kies und Sand im Vergleich zu heute benötigen?“, lautete etwa eine Frage. Nur 38 Prozent, so Eden-Sprecherin Melanie Gronau, schätzten einen Mehrbedarf. „Wie ist die Einschätzung einzelner Wirtschaftszweige (Landwirtschaft, Handwerk, Roh-Baustoffindustrie) als zukünftig wichtig für die Region?“ Hier hätten 90 % eher Zuspruch für Landwirtschaft und Handwerk geäußert.

„Sorgt die Kiesindustrie für die Schaffung von Arbeitsplätzen? lautete eine weitere Frage, die natürlich Zustimmung hatte“, so Eden. „Leben Sie gerne an Ihrem Wohnort?“ – auch hier Zustimmung.

Weitere Abgrabungen wirklich gewünscht?

„Es wird teils indirekt geschlussfolgert, dass die Bürger der Kreise Wesel und Kleve die Kiesindustrie schätzen/wollen, dass man weitere Abgrabungen wünscht und den damit verbundenen Schwund bäuerlichen Landes, sowie den Verlust von Flächen für Siedlung, Verkehr und weitere Infrastruktur gut heißt“, sagt Gronau. „Und das, obwohl 54 Prozent der Befragten sich nicht dahingehend äußerten, dass die Kiesindustrie ein Wirtschaftszweig ist, der Vertrauen verdient“, ergänzen die Eden-Mitglieder. „Auch, wenn sich Befragte darüber im Klaren sind, dass der Rohstoff Kies wichtig für unsere Wirtschaft ist, bedeutet dies doch nicht, dass der exzessive Abbau hier am unteren Niederrhein endlos fortgesetzt werden darf.“

Zumal auch in der Forsaumfrage der Kiesindustrie lediglich nur sieben Prozent der Befragten ein voll und ganz verantwortungsvolles Handeln gegenüber der Umwelt zuschreiben, heißt es weiter.

NRZ-Bürgerbarometer lieferte weitere Ergebnisse

Ende 2016 hatte, daran erinnert Melanie Gronau, die NRZ in Rees eine Umfrage zum gleichen Thema gestartet, „brachte die Sache aber auf den Punkt: Sollen weitere Auskiesungen im Stadtgebiet genehmigt werden?“, lautete eine Frage. Das Ergebnis: Nur 14 Prozent befürworteten den weiteren hiesigen Abbau; doch 78 Prozent äußerten ein klares „Nein, auf keinen Fall“. Genau diese entscheidende Frage fehle in der von der Kiesindustrie beauftragten Forsa-Umfrage.

Noch immer, so Eden, würden die Kiesfirmen in den Baggerseen, „ihrer Hinterlassenschaft“, eine Bereicherung der Region sehen. Als Weseler Anziehungspunkte zitiere man den Auesee und auch den Diersfordter Waldsee.

Die meisten Baggerseen würden jedoch mit Dornengebüsch, Zäunen und Stacheldraht abgesperrt, was den illegalen Zutritt, Müllprobleme, sowie das Befahren mit Booten keineswegs sicher verhindere. „Bisherige Touristik-Vorhaben entpuppten sich als Luftschlösser und dienten wohl nur als Genehmigungsvehikel,“ folgert Dr. Leo Rehm von Eden.

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