3. März 2017

Wesel

Auf städtische Flächen in der Aue darf keine Gülle mehr

Wesel. Das Thema "Probleme mit Gülle auf dem Deich am Auesee", das die SPD zusammen mit dem Naturschutzbund Ende vergangener Woche öffentlich gemacht und damit für Schlagzeilen gesorgt hatte, war gestern der einzige Tagesordnungspunkt der öffentlichen Sitzung des Wirtschaftsförderungs- und Grundstücksausschusses. Diese musste mehrfach unterbrochen werden, weil sich Weseler Landwirte und Nabu-Chef Peter Malzbender im Detail zu der Sache äußern wollten. Von Klaus Nikolei

Am Ende einigte sich der Ausschuss mehrheitlich - Ratsmitglied Manfred Schramm (Piraten) und der Sachkundige Bürger der FDP, Philipp Richter, stimmten dagegen - auf folgende Lösung: Um unter anderem Erholungssuchende zu schützen, dürfen die Pächter der städtischen Grünland- und Ackerflächen in der Aue künftig keine Gülle mehr ausbringen. Weiterhin muss auf allen städtischen Flächen die Gülledüngung nach der neuen Düngeverordnung reduziert und noch am selben Tag untergepflügt werden. Außerdem will die Stadt mit den Eigentümern von anderen Flächen in der Aue Kontakt aufnehmen und diese dazu bewegen, ebenfalls auf das Ausbringen von Gülle zu verzichten.

Noch nicht ganz geklärt ist, wie man künftig mit dem Thema Deichdüngung umgeht. Zwar ist in einem Schreiben der Bezirksregierung an die Stadt nachzulesen, dass eine "Erhaltungsdüngung zur Verbesserung der Grasnarbe dringend erforderlich ist". Doch Verwaltungschefin Ulrike Westkamp gab zu bedenken, dass die Formulierung "dringend erforderlich" einen Interpretationsspielraum lasse. Zur Sicherheit werde man in Düsseldorf nachfragen, ob damit tatsächlich gemeint sei, den Deich einmal im Jahr mit Gülle leicht zu düngen. Die Antwort der Bezirksregierung wird bis zur Ratssitzung am 14. März erwartet. Dann soll auch darüber gesprochen werden, den Schutzwall im Besitz der Stadt an die Deichschau Flüren zu übergeben.

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