Rheinische Post vom 06.01.2017

Entwässerungssystem zerstört

 

Gerwers Ja(hr)wort  verneint Wasserschäden

Rückblickend schweigt sich Rees Bürgermeister Gerwers zu den Haffen-Mehrer Grundwasserschäden in vielen Häusern aus, welche den Starkregenereignissen folgten. Der alte Haffener Hauptwassergraben strandete abgebunden hinter der Wilhelmstrasse. Die Heeresbachstiftung (mit Wurzeln in Mehr) druckte 1996 das Buch: „Zwang auf Deich und Schleuse“. Darin sind Haffen-Mehrer Karten, die zeigen, dass seit min. 1580 aberdutzende Gräben von Bislich und Lohrward durch diese Orte gen Sonsfelder Meer und Haffensche Landwehr  flossen. Also mindestens 400 J. bewährte sich dieses ausgeklügelte System. Die vielen großen neuzeitlichen Baggerlöcher zwischen Bislich und Rees zerstörten jedoch in weiten Teilen dieses Binnenlandentwässerungsnetz. Obendrein werden heute dann noch die Hauptgräben zur Ausleitung überschüssigen Baggerlochwassers dreisterweise einfach „mitbenutzt“, obwohl sie doch eigentlich nur für die Hochwasser-/Niederschlagsentwässerung gebaut wurden. In früheren Zeiten verlief der ursprüngliche Haffener Haupt-Entwässerungsgraben durch das Gebiet des heutigen Reeser Meeres und fiel dann diesem Baggerloch zum Opfer. Die gescheiterte Sommernächtliche-Blindnotgrabung an der Wilhelmstraße offenbarte im Nachhinein, dass der hierfür geschaffene Ersatzgraben nicht funktionierte.

Während in früheren Zeiten stets erfolgreich und zuverlässig das Pumpwerk an der „Bellevue“ eingesetzt wurde, um überschüssiges Wasser aus dem Deichhinterland zu holen, verzichtete man in dieser Notsituation auf dessen Einsatz und hielt das Wasser im Hinterdeichland. Auf dem Bürgermeister-Informationsabend begründete der Geschäftsführer des Deichverbandes Holger Friedrich dies damit: „um Stromkosten zu sparen“.

Ich frage mich: „hätte da nicht so mancher Bürger lieber diese „Peanuts-Pumpstromkosten“ bezahlt, statt in nassen Häuser zu leben, geschweige dem folgenden Schimmel? Und was war mit dem Zustand der Gräben, für deren Instandhaltung schließlich auch bezahlt wird? Das werden die Bürger alles nicht einfach nur schlucken!“ Sitzen Stadt und Deichverband hier nicht in einem Boot? Die vorbeugende öffentliche Sicherheit und Ordnung, sowie die deichpolizeilichen Aufgaben wurden m.E. nach hier vernachlässigt. Warum nur schweigt Herr Gerwers bisher, zumal er ja in Bislich aufgewachsen ist?

Mit der Bürgermeister- Informationsveranstaltung stieß er abermals geschädigten Bürgern mehr vor den Kopf, als daß sie Positives bewirkt hätte. Ich finde: Was man erbt von seinen Vätern, und was  in der Vergangenheit unser Leben, Hab und Gut stets geschützt hat, sollte man besitzen um es zu bewahren.

 

 

Wilhelm Wissen

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