Presseartikel von EDEN e.V. Rees

zu den möglichen Folgen der enormen Abgrabungen zwischen Bislich und Rees, bitten wir um Veröffentlichung folgender Pressemitteilung von EDEN e.V.:

Luftbildaufnahmen zur aktuellen Landschaftssituation Bislich bis Rees

Die Bürgerinitiative EDEN e.V zeigt auf Ihrer Homepage (www.eden-niederrhein.de) aktuelle Luftbildaufnahmen eines Rundfluges über die Baggerlöcher zwischen Bislich und Rees. Die Initiative möchte den Bürgern hiermit einen Blick darauf ermöglichen, welch enormes Ausmaß die Ausgrabungen inzwischen angenommen haben, da die dichten, randlichen Anpflanzungen den Menschen in weiten Teilen den Blick auf das Dahinterliegende verwehren.

„Es wird Zeit, daß wir uns Gedanken über mögliche Folgen dieser massiven Eingriffe machen“, so Dr. Leo Rehm, „denn wir sehen hier keine natürlichen Seen, sondern tiefe, riesige und mit Grundwasser gefüllte Löcher, die wie Wunden in die Rheinniederterrasse gesetzt wurden“.

Die Beseitigung der auch vor Hochwasser schützenden Auelehmschicht, sowie der darunterliegenden, schadstoffilternden Bodenschichten, sehen die EDENer in vielerlei Hinsicht kritisch.

Darüber hinaus gelangt Regenwasser, welches Schadstoffe, wie Nitrat, Kunstdünger, Pestizide und Herbizide, von den Feldern/ Wiesen auswäscht, über Gräben z.B. auch in die Kiesabgrabung „Reeser Meer“. Hier leitet obendrein der Deichverband Bislich- Landesgrenze gezielt schon ab kleinerem Hochwasser aktiv dieses Oberflächenwasser in großer Menge mit der Begründung „Wasserparken aus Retentionsgründen“ (bis zu 5.8 Mio Kubik) ein. EDEN e.V. sieht darin eine erhebliche Gefahr für eine mögliche Belastung des Grundwassers, da mit Anhebung des Seespiegels belastetes Seewasser in den Grundwasserleiter hineingedrückt wird.

„Immer wieder fallen hohe Nitratbelastungen in Brunnenwässern auf. Ich denke, man sollte prüfen, ob möglicherweise die Einleitung dieses Oberflächenwassers mit ein Grund dafür ist. Denn, die Baggerlöcher sind tief und offen mit dem umliegenden Grundwasserleiter verbunden, woraus schließlich viele Bürger ihr Brunnenwasser beziehen. Es sind keine geschlossenen Gefäße, sondern im Gegenteil, in der Regel nach allen Seiten hin offen.

Von essentieller Bedeutung ist unserer Meinung nach eine neutrale, unabhängige und umfassende hydrogeologische Untersuchung des Polders Bislich- Rees. Hierzu gehört selbstverständlich ebenso die Erstellung eines Grundwasserfließmodells, für den Normal-, Hochwasser und Katastrophenfall; dies auch mit Betrachtungsansätzen hinsichtlich möglicher Grundwasserstandbeeinflussungen für Mehrhoog und Hamminkeln. In diesem Zusammenhang scheint uns, ist es auch sehr wichtig zu prüfen, in wie weit sich die Baggerlöcher in der Rheinniederterrasse- abgesehen von Not-/Katastrophensituationen- überhaupt zum „Wasserparken“ eignen,“ so Melanie Gronau.

„Es ist bei längerem „Wasserparken“ eine Erhöhung des bisherigen Grundwasserspiegels in der Umgebung zu erwarten (Wasserhöhen ausgleichendes Prinzip, wie in einem Siphon). Dies wäre eine Erklärung, daß Anfang Juni diesen Jahres, dann der darüber liegende Boden bei Starkregen und/ oder länger anhaltenden Regenfällen nicht mehr genügend Wasser aufnehmen konnte, und dadurch in Folge schneller die Keller vernässten,“ ergänzt Georg Woede.

Auch die Möglichkeit eines dadurch bedingten „Grundwasser-Rückstaueffekts“ (mit entsprechend vernässenden Folgen) für weiter landwärts liegenden Ortschaften, wie z.B. Mehrhoog und Hamminkeln, schließen die EDENer nicht aus.

Eine besondere Gefahr sieht EDEN für die Standsicherheit der Deiche durch Erosion der unter ihnen liegenden Kiesschichten wegen der bis an sie heranreichenden Baggerseen. Die Gefahr sei erheblich, dass der Rhein durch die Schwächung seiner Uferbereiche gerade bei Hochwasser sich sein ursprüngliches Flussbett wiederholt.

Als Sprecher für EDEN:                                    Rees, den 14.11.2016

Dr. Leo Rehm

Georg Woede

Melanie Gronau

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