Rechtfertigungsversuche                                              RP vom 19.07.2016

Starkregen Haffen-Mehr

 

 

 

Sintflutartige Regenfälle zwischen Bislich und Rees vernässten Felder und Wiesen. Auch, da die Gräben nicht wie in früheren Zeiten das Wasser fortschafften und Keller voll liefen, ist die Bevölkerung mit dem Deichverband unz7ufrieden. Auf die Schuldzuweisung reagierte der Geschäftsführer des Verbandes mit Zurückweisung und Behauptungen, die viele Bürger verwirren.

Abgesehen davon, dass es immer schon Starkregen- oder lang anhaltende Regenereignisse gab, die das ursprüngliche Entwässerungssystem zuverlässig abführte, ignoriert Holger Friedrich den Klimawandel. Verheerende Starkregenereignisse und Überschwemmungen in Mitteleuropa nehmen immer mehr zu. Demzufolge genügen archivarische Wetteraufzeichnungen nicht der Prognose. Zudem ist die älteste Datenlage bzgl. Dichte und Zuverlässigkeit mit den heutigen Erfordernissen nicht vergleichbar. Folglich sind natürliche Puffer- und Entwässerungssysteme nicht nur zu pflegen, sondern auch zu ertüchtigen. Der Boden fungiert als Puffer –ähnlicher Schwamm- allerdings unter der Voraussetzung, dass er nicht künstlich vernässt wird. Das der Deichverband durch „Wasserparken“ in den Baggerseen den Grundwasserspiegel anhebt, verringert er die Kapazität der Bodenschichten über dem Grundwasserspiegel.

Man wundert sich über Friedrichs Betrachtung der Pumpleistung. Die von ihm zitierte Leistung 2,8 m3 / Sek. erbringt in 24 Tagen 5,8 Millionen m3, also das Reservevolumen, das er dem Reeser Meer zugutehält. Konnte diese Menge in diesem Jahr überhaupt aufgenommen werden? Warum wurde der Seepegel zwischen den Regenereignissen nicht abgesenkt? Es ist logisch, dass ein technischer Mindestwasserstand vor den Pumpen von 14,9 Metern nicht errecht wurde, wenn man ein Stück davor den Wasserpegel der Landwehr durch die Einleitung in die Baggerseen absenkte. Aber wäre es nicht ein Leichtes gewesen, diese Ableitung einfach zu schließen und dadurch folglich der Pegel der Landwehr auch über den erforderlichen Pumppegel von 14,9 Metern gestiegen wäre?

Eduard Wentges Rees

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