Bürgerversammlung Haffen

Am 26. August berichtete die Lokalpresse über die Bürgerversammlung, die der Reeser Bürgermeister in die Schützenhalle Haffen einberufen hatte und die er leitete. Der Wortlaut des RP-Artikels „Haffener fühlen sich nicht sicher“hält sich eng an die Äußerungen des Deichverbands-Geschäftsführers Holger Friedrich und vermittelt den Lesern wie auch den kommenden Generationen, wie der Deichverband Bislich-Landesgrenze auf die Sturzfluten des Juni 2016 reagiert. Auch dokumentiert dieser Artikel den Protest der Haffener.

Der letzte Absatz ist aber eindeutig falsch. Es stimmt weder, dass die Pumpen den Zweck haben, Rheinwasser zurück zu halten, noch, dass die Haffener Friedrichs Rechtfertigungsversuche hinnahmen. Die Versammlung schoss mit Richtigstellungen und Fragen so lange zurück, bis der Geschäftsführer zögerlich einräumte, dass Kosteneinsparungen der wahre Grund seien, die Pumpstation vor gut 20 Jahren still zu legen und nicht wieder in Betrieb zu nehmen. Eine sehr konstruktive Forderung der Haffener ging in der Hitze der Debatte etwas unter. Weil die die Hydro(geo)logie durch die vielen Auskiesungen im Laufe der Jahre stark verändert wurde und jede Abgrabung als Insellösung genehmigt worden ist, liegt jetzt ein Flickenteppich vor, dessen Zusammenwirken nicht förderlich ist. Deshalb ist das Gutachten einer neutralen Institution notwendig. Und das Gutachten ist von der Stadt Rees auf den Weg zu bringen.

Dieser Forderung widersprach Bauamtsleiterin Elke Strede entschieden, erhielt aber keine Rückendeckung von den anwesenden Fachleuten. Die Entscheidung liegt übrigens beim Rat. Dessen Vertreter waren als Spitzen der maßgebenden Fraktionen auf der Versammlung in Haffen anwesend und hörten aufmerksam zu. Im Rat der Stadt Isselburg wird über die Umsetzung eines Hochwasser- schutzkonzeptes gesprochen. Die Münsteraner Regierungspräsidentin fordert eine zusätzliche Stelle in der Verwaltung. Anders kann das interkommunale Hochwasserschutzkonzept nicht umgesetzt werden. Von diesem Beispiel kann sich die Reeser Verwaltung eine Scheibe abschneiden. Denn auch die Haffener Wasserschäden haben Ursachen, die über die Stadtgrenzen hinausgehen und entsprechend aufzuklären sind.

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