Mängel                                                                                      NRZ 23.07.2016


Thema Hochwasserschutz: Zwischen Wesel und Rees erstreckt sich eine Wasserlandschaft mit Baggerseen der Kiesfirmen Holemans und Hülskens. Als die Abgrabungen beantragt wurden, versprach man touristische Wohltaten. Die Erwartungen haben sich - bis auf Ausnahmen - nicht erfüllt. Außerdem argumentierten die Kiesfirmen mit verbessertem Hochwasserschutz - sowohl vor als auch hinter dem Banndeich.

Die Hochwasserverantwortung übertrugen die Firmen dem Deichverband Bislich-Landesgrenze. Die katastrophalen Regenfälle im Juni legten insbesondere in den Reeser Ortslagen Haffen und Mehr die Mängel des Hochwasser-Managements des Deichverbands bloß. Der Deichverband pflegt routinemäßig den Wasserüberschuss des Winterhalbjahrs in den Baggerseen zu parken - in der Hoffnung, dass die Sommerwärme den Seespiegel absenkt, so dass nicht über den Banndeich zum Rhein gepumpt werden muss. Das war vor den Abgrabungen und der Überantwortung an den Deichverband Bislich-Landesgrenze anders.

Die Verantwortlichen des Deichverbands hatten ihre Strategie aber ohne Absprache mit Petrus gemacht. Die Regenfluten im Juni überforderten die Speicherkapazität der randvollen Baggerseen, ließen das Grundwasser in Haffen und Mehr ansteigen sowie Keller volllaufen. Die tatsächliche Verantwortung liegt offensichtlich nicht nur beim Missmanagement der Deichverbandsleitung, sondern letztendlich auch bei den Kiesfirmen.



Georg Woede, Rees

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